DS N°8

Test-Tagebuch: DS N°8 Long Range Pallas

Im Testzeitraum von 14 Tagen fallen uns an einem Auto nicht nur viele Kleinigkeiten auf. Das Test-Tagebuch liefert einen Überblick. Der Kandidat: DS N°8 Long Range Pallas.

07.09.2026: Nach dem chinesischen Preisbrecher Leapmotor B10 wenden wir uns nun den Nadelstreifen zu. Mit dem DS N°8 stellt sich das Topmodell der einstigen Untermarke von Citroen in der Redaktion vor. Mittlerweile rangiert DS Automobiles als eigenständige Marke innerhalb der Stellantis-Welt und führt gerne das Attribut „premium“ an, wenn es darum geht, sich von anderen Marken zu unterscheiden.

DS N°8
Der DS N°8 streckt sich auf eine Länge von 4,82 Meter und verfügt über eine üppige Batteriekapazität. Fotos: Mag

Zum Test tritt der DS N°8 in der Long-Range-Version mit netto 97,2 kWh großem NMC-Akku und in der niedrigeren der beiden Ausstattungsvarianten Pallas an. Der kleinere Akku fasst übrigens 73,7 kWh, wäre also durchaus eine Alternative. Denn was wir nach den ersten Metern schon sagen können, ist, dass der DS Nᵒ8 unter der 20-kWh-Verbrauchsgrenze unterwegs ist, sich also auch mit dem kleinen Akku gute Reichweiten erzielen lassen. Für den Long Range gibt DS stolze 714 bis 749 Kilometer an.

DS N°8
Im Gegensatz zu vielen anderen BEV ist der Hauptmonitor flach und ins Armaturenbrett integriert.

Es gibt den DS N°8 auch mit Allradantrieb, dann aber nur in Verbindung mit der Top-Ausstattung Etoile. Die Ladeleistung AC liegt bei 11 kW, was angesichts der Akkugröße etwas wenig erscheint, sowie DC bei 160 kW, was ebenfalls recht wenig erscheint. Dennoch nennt DS eine Ladezeit von 20 auf 80 Prozent SoC von 27 Minuten. Nun, wir werden sehen.

DS N°8: Start bei 57.700 Euro

Ausgestattet ist der DS als Pallas bereits recht üppig, inklusive einem guten Head-up-Display, Matrix-LED-Scheinwerfern (Tech-Pack) und allen Assistenten. Bei Etoile gibt es 20-Zoll-Räder oder andere Einrichtungen und Materialien obendrauf. Für die Allradversion ist noch eine „Active Scan Suspension“ integriert, die das Fahrwerk vorausschauend an die Straßengegebenheiten anpasst. Zwei Einschränkungen gibt es indes: Ein beheizbares Lenkrad gibt es nur integriert in einem Paket der Stufe Etoile. Eine Sitzlüftung wird gar nicht angeboten. Schade.

Die Preise starten beim kleineren Akku mit Frontantrieb bei 57.700 Euro, unser Testwagen liegt bei 63.200 Euro brutto. Der AWD mit Top-Ausstattung kostet 75.000 Euro.

Soviel zur Vorstellung, nun werden wir die ersten Kilometer unter Räder nehmen und uns den Verbrauch näher anschauen.

DS N°8
Die Reichweite nach Vollladung: 655 Kilometer.

09.09.2026: Je öfter wir den DS N°8 betrachten, desto angenehmer finden wir das Design, das zwar die runde Form eines Coupés interpretiert, doch gerade vorne und hinten mit einigen Kanten experimentiert. Das erzeugt eine gewisse Eigenständigkeit. Gleiches gilt für den Innenraum mit seiner modernen, gefälligen Gestaltung. Vor allem der in die Armaturentafel integrierte flache Hauptmonitor hebt den N°8 von der Masse ab. Ein wenig gewöhnen muss man sich an den Umstand, dass man die Türen an Griffen hinter den Türlautsprechern zuzieht.

Von mehr als 700 Kilometern Reichweite – wie ihn die WLTP-Daten versprechen – kann indes keine Rede sein. Nach der 100-Prozent-Ladung zeigt der Reichweitenanzeiger 655 Kilometer an. Was natürlich immer noch ziemlich viele sind. Zumal wir auf unserer 100-Kilometer-Testrunde auf einen Durchschnitt von 16,0 kWh kamen, was für die Größe und das Gewicht des DS N°8 von knapp 2,2 Tonnen durchaus beeindruckend ist.

Verbrauch: 16,0 kWh auf der Testrunde

DS N°8
Auf unserer 100-Kilometer-Testrunde begnügte sich der DS N°8 mit einen Schnitt von 16,0 kWh.

Wählen kann man zwischen drei Fahrmodi: Eco, Normal und Sport, die sich spürbar voneinander unterscheiden, wobei der Zugriff über eine schmale Taste auf der Mittelarmlehne erfolgt. Auch die Rekuperation lässt sich per Lenkradpaddels schnell verstellen. Wer möchte, kann im One-Pedal-Drive unterwegs sein.

Überhaupt die Tasten. Nicht alles muss per Touch auf dem Monitor erledigt werden. Wie erwähnt gibt es Tasten auf der Mittelkonsole sowie unter dem Monitor zur Direktanwahl der Scheibenheizungen vorne und hinten, Umluft und Warnblinker. Dort findet sich auch eine mit einem Autosymbol gekennzeichnete Taste, über die man nach dem Start per Shortcut unter anderem das lästige Euroklingeln abstellen kann, indem man sie zwei Sekunden gedrückt hält. Auch die Einstellung der Außenspiegel erfolgt händisch. Sehr erfreulich.

Der DS N°8 hinterlässt also auf den ersten Kilometern einen guten Eindruck. Und für Reichweitenfreaks sei angemerkt: Die ausgewiesenen 655 Kilometer bei 100 Prozent SoC scheinen durchaus realistisch.

11.09.2026: Bevor wir den großen Akku genügend geleert haben, um an die HPC-Säule zu fahren, möchten wir heute auf einige Eigenheiten des DS N°8 eingehen. Es verwundert zunächst, dass es bei einem so großen BEV keinen Frunk gibt. Nun denn, hinten passen gut beladbare 621 Liter auf die lange Ladefläche, worunter sich noch ein großes Fach für Kabel oder andere Dinge findet. Legt man die dreigeteilten Rücksitzlehnen um, finden 1.873 Liter Gepäck Platz – das ist ordentlich. Die Zuladung liegt bei 520 Kilo, an den Haken nehmen darf der DS N°8 gebremst 1.400 und ungebremst 1.200 Kilo. Dachlast sowie Stützlast betragen 80 Kilo.

DS N°8
Der Laderaum des DS N°8 fasst 621 bis 1.873 Liter.

Nachdem wir nun auch einige Kilometer hinter uns gebracht haben möchten wir noch zwei Sätze zu den vorderen Sitzen loswerden. Sie verfügen über aufblasbare Seitenwagen, die man somit auf die jeweiligen Körpermaße einstellen kann. Zudem gibt es einen Nackenwärmer: ein Gebläse, das bei Bedarf warme Luft in den Nacken bläst. Hingegen verfügen sie wie erwähnt nicht über Sitzbelüftung, und die Beinauflage fällt ein wenig kurz aus. Schön ist auch die elektrische Lordosenstütze.

1.400/1.200 Kilogramm Anhängelast

Mit dem flachen Monitor lässt es sich gut leben, die Touchfelder sind groß. Es gibt großzügige Ablagen mit Cupholdern und USB-Anschlüssen, die Smartphone-Ladeschale ist dort platziert, wo man sie intuitiv vermutet. Fondpassagiere haben ein gutes Auskommen, auch wenn der Platz in der Mitte nicht unbedingt für lange Touren taugt.

DS N°8
Fondpassagiere haben ein gutes Auskommen. Foto: DS Autombiles

Insgesamt überzeugt der Franzose bereits mit seinem konventionellen Basis-Stahlfahrwerk. Für ein Elektroauto sprechen die Dämpfer bei Stößen geschmeidiger als erwartet an, was dem Wagen eine gewisse Ruhe und einen schönen Komfort verleiht. Gleichzeitig fühlt man sich auf kurvigen Straßen keineswegs unsicher. Im Gegenteil: Nummer 8 zirkelt wunderbar neutral durch Kurven und hält stabil die Spur. Unterstützt wird das Fahrverhalten von der straffen Lenkung, die sich nicht verstellen lässt.

Und nun machen wir uns auf zum Schnellladen – und sind schon gespannt.

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