Abo-Falle

Vorsicht vor der Abo-Falle

Digitale Fahrzeugfunktionen können über Abos dazu gebucht werden. Nicht selten lauert hier aber eine Abo-Falle.

Viele vernetzte Fahrzeugfunktionen werden inzwischen über kostenpflichtige Digital-Abos abgerechnet – oft mit unklaren Preisen, Laufzeiten und stark unterschiedlichen Modellen je Hersteller. Für Käufer, vor allem von jungen Gebrauchten, wird es dadurch schwierig, die tatsächlichen Gesamtkosten realistisch abzuschätzen.

Hersteller verkaufen digitale Dienste zunehmend separat zum Fahrzeug. Typische Beispiele sind:

  • Remote-Funktionen wie Standortabfrage, Türverriegelung oder Vorklimatisierung per App.
  • Navigationsdienste mit Echtzeitverkehr, Online-Suche oder Kartenupdates.
  • Infotainment-Extras wie Streaming-Apps, erweiterte Sprachsteuerung oder zusätzliche Konnektivitäts-Pakete.
Abo-Falle
Die Kosten für die digitalen Dienste können stark variieren. Foto: ADAC

Oft ist eine mehrjährige Gratisphase integriert, danach werden Abogebühren fällig. Die Laufzeit der kostenlosen Phase und der spätere Preis unterscheiden sich jedoch deutlich von Marke zu Marke, was Preisvergleiche erschwert. Die Marktanalyse von ADAC und der Computer-Fachzeitschrift c’t zeigt, dass die Strategien der Hersteller stark auseinandergehen. Einige Marken bieten Basis-Remote-Funktionen nur wenige Jahre gratis, andere über einen sehr langen Zeitraum oder sogar über die gesamte Fahrzeuglebensdauer.

Unterschiede zwischen den Marken

Bei Skoda profitieren die Kunden drei Jahre lang kostenlos von diesen Funktionen, bei Audi und Opel werden Autofahrer ganze zehn Jahre versorgt. Kunden von Nio müssen sogar das gesamte Fahrzeugleben lang nicht für diese Funktionen bezahlen.

Auch für Navigation und einige Funktionen des Infotainments müssen Autofahrer nach einer gewissen kostenlosen Laufzeit inzwischen bezahlen: BMW verlangt nach drei Freimonaten 9,98 Euro im Monat, bei Mercedes-Benz bezahlen die Kunden nach drei kostenlosen Jahren bis zu satten 329 Euro im Jahr. Komplett im Dunkeln stehen die Kunden von Renault: Hier sind die Preise nach Ablauf der kostenlosen Phase im Jahr 2027 noch gar nicht bekannt. Volvo wiederum kündigt an, seine Kunden erst kurz vor Ablauf der vierjährigen Gratisphase informieren zu wollen.

Worauf Käufer achten sollten

Der ADAC empfiehlt, sich vor Vertragsabschluss gezielt nach dem Status der digitalen Dienste zu erkundigen – insbesondere bei jungen Gebrauchten, bei denen Testzeiträume oft kurz vor dem Auslaufen stehen oder schon beendet sind. Wichtig sind dabei unter anderem:

  • Welche Dienste sind aktuell aktiv und wie lange noch kostenlos?
  • Welche Kosten fallen danach an (monatlich/jährlich) und wie flexibel sind die Laufzeiten?
  • Welche Funktionen sind dauerhaft im Kaufpreis enthalten und welche nur per Abo verfügbar?

Sinnvoll ist es, sich diese Punkte schriftlich bestätigen zu lassen. Außerdem sollten Käufer kritisch prüfen, ob sie bestimmte Komfortfunktionen wirklich dauerhaft benötigen oder ob nicht eine Drittanbieter-App (etwa für Navigation oder Streaming) eine günstige Alternative bietet.

Aus Verbrauchersicht fordert der ADAC eine deutlich transparentere Kommunikation. Kundinnen und Kunden sollten beim Fahrzeugkauf klar erkennen können:

  • wie lange welche Funktionen kostenlos sind,
  • welche Anschlusskosten danach entstehen,
  • ob und wie sich Abos auf einen neuen Eigentümer übertragen lassen.

Funktionen, die direkt mit Sicherheit oder der grundlegenden Nutzbarkeit des Fahrzeugs zu tun haben, sollten nach Ansicht des Clubs über die gesamte Lebensdauer kostenfrei bleiben. Zudem plädiert der ADAC für standardisierte, sichere Schnittstellen, über die auch Drittanbieter Fahrzeugdaten auslesen und eigene Dienste anbieten können – um Wettbewerb zu fördern und Verbraucher vor Lock-in-Effekten in proprietären Ökosystemen zu schützen. Titelfoto: ADAC

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