VW ID.California

VW ID.California Cruise: Abgespeckter E-Camper

Der VW ID.California Cruise erfüllt schon mal die wichtigste Funktion fürs Camping: ein Bett zum Schlafen.

Elektromobilität spielt beim 65. Caravan-Salon in Düsseldorf, der noch bis zum 6. September seine Pforten geöffnet hat, bestenfalls eine Nebenrolle. Von vereinzelten vollelektrischen Ausbauten wie dem Eifelland-Camper-Van auf Basis des Nissan Interstar-e einmal abgesehen, greift nur Volkswagen die Thematik auf und feiert mit dem ID.California Cruise die Weltpremiere des ersten vollelektrischen Campers auf Basis des ID.Buzz, der ab Anfang 2027 zu Preisen ab knapp 61.000 Euro ausgeliefert werden soll.

Ursprünglich war für den ID.California ja mal der Marktstart für das Jahr 2025 vorgesehen – nachdem die Variante mit langem Radstand eingeführt worden war. Doch der Zeitplan scheiterte an der Gewichtsproblematik. Da ein vollwertiger California-Camper Möbel, Küche, Wassertanks, ein Aufstelldach und eventuell Zusatzbatterien benötigt, war die für den normalen Führerschein wichtige 3,5-Tonnen-Grenze nur schwer einzuhalten. Und wenn, dann nur mit sehr geringer Zuladung für Passagiere und Gepäck.

VW ID.California
Die speziell entwickelte Campingausstattung besteht im Wesentlichen aus einer Schlaflösung für zwei Personen mit einer ebenen Liegefläche von 2,03 x 1,20 Meter und einer neu entwickelten, 9 Zentimeter starken Komfort-Klappmatratze. Fotos: VW

Aber wieso kann der Elektro-Camper jetzt dennoch sein Debüt feiern? Das liegt daran, dass es sich beim Cruise-Modell nur um den Auftakt einer Reihe von ausgebauten Stromern des neuzeitlichen VW-Klassikers handelt, an deren Ende erst 2028 die Enthüllung eines vollwertigen ID.Californias mit Küche und Aufstelldach stehen dürfte.

Abgespeckter Voll-Camper

Der neue Zeitplan ist nicht ohne Grund so gewählt. Denn bis 2028 muss auch die neue Führerscheinrichtlinie mit der Erhöhung des Gewichtslimits auf 4,25 Tonnen, die vom Europäischen Parlament bereits abgesegnet ist, in nationales Recht umgesetzt worden sein.

Die Weltpremiere des ID.California Cruise klingt daher auch aufregender, als sie sich in der Praxis letztlich darstellt. Denn die speziell entwickelte Campingausstattung besteht im Wesentlichen aus einer Schlaflösung für zwei Personen mit einer ebenen Liegefläche von 2,03 x 1,20 Meter und einer neu entwickelten, 9 Zentimeter starken Komfort-Klappmatratze. Dazu Verdunklungselemente für alle Scheiben, Lüftungsgitter für die vorderen Seitenfenster sowie zwei Campingstühle und ein Campingtisch für draußen.

Außerdem wird die California-App um Funktionen fürs elektrische Reisen erweitert. Ein speziell fürs Campen entwickelter California-Modus ermöglicht zudem die gezielte Anpassung von Licht- und Komfortfunktionen, versorgt USB-Anschlüsse dauerhaft mit Energie und kann, je nach Ladestand und Temperaturdifferenz, bis zu 48 Stunden am Stück für eine angenehme Klimatisierung sorgen, egal ob zum Heizen oder Kühlen.

VW ID.California
Der ID.California Cruise zum Startpreis ab 60.761 Euro ist ein bisschen wie der California Beach in elektrisch.

ID.Buzz Pro als Basis

Die Basis für den alltagstauglichen Camper bildet der ID.Buzz Pro, wahlweise mit kurzem oder langem Radstand. Mit der großen 86-kWh-Batterie sollen bis zu 455 Kilometer Reichweite (laut WLTP-Zyklus) möglich sein. Womit man schon ziemlich nahe an die ursprüngliche Vorgabe von 500 Kilometern Aktionsradius heranreicht.

Der ID.California Cruise zum Startpreis ab 60.761 Euro ist ein bisschen wie der California Beach in elektrisch. Ein Alltagsauto mit Schlaffunktion ohne Küche und noch ohne Aufstelldach – mit dem Unterschied, dass die Campingausstattung für den ID.Buzz als Nacht-Paket zu einem Preis von 2.600 Euro auch optional geordert werden kann. Für die Zukunft darf man gespannt sein auf die Pendants zu den Diesel-Modellen Coast und Ocean – oder wie auch immer es mit der Elektrocamper-Familie weitergeht. Michael Lennartz/SP-X

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