Hyundai tut etwas gegen die SUV-Monotonie im vollelektrischen Kompaktsegment. Zugunsten von mehr Reichweite.
Mit dem Ioniq 3 bringt Hyundai einen neuen Elektro-Kleinwagen auf den Markt, der vor allem durch seine verbesserte Aerodynamik und höhere Reichweite überzeugt. Technisch eng verwandt mit dem Kia EV2, setzt Hyundai auf eine eigenständige Karosserieform, die Effizienz und Alltagstauglichkeit stärker in den Fokus rückt.

Im Gegensatz zum eher kantigen Kia EV2 verfolgt Hyundai beim Ioniq 3 ein aerodynamisch optimiertes Konzept. Die sogenannte „Aero Hatch“-Silhouette kombiniert eine flache Front mit einer langgezogenen Dachlinie, die sanft in den Heckspoiler übergeht. Ziel ist es, den Luftwiderstand zu reduzieren und gleichzeitig ausreichend Platz im Innenraum zu schaffen.
Das Ergebnis: Trotz kompakter Abmessungen profitieren Passagiere im Fond von guter Kopffreiheit und hohem Komfort. Gleichzeitig sorgt die strömungsgünstige Form für eine spürbar höhere Reichweite im Vergleich zum Schwestermodell.
Mehr Reichweite als der Kia EV2
Die technische Basis liefert wie beim EV2 die E-GMP-Plattform in der 400-Volt-Version. Hyundai bietet zwei Batterievarianten an:
- 42,2 kWh (Standard Range) mit 108 kW Leistung
- 61 kWh (Long Range) mit 99,5 kW Leistung

Auch bei der Ladeleistung gibt es Parallelen: Bis zu 119 und 110 kW DC-Spitzenleistung ermöglichen eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in rund 29 bis 30 Minuten. Optional ist ein 22-kW-Onboard-Charger für AC-Laden verfügbar. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Reichweite:
- Bis zu 344 km (Standard Range)
- Bis zu 496 km (Long Range)
Damit übertrifft der Ioniq 3 den Kia EV2 deutlich und nähert sich der 500-Kilometer-Marke im B-Segment an.
Mit einer Länge von 4,15 Metern ist der Ioniq 3 etwas größer als der EV2, bleibt aber klar im Kleinwagen-Segment. Die wichtigsten Abmessungen im Überblick:
- Länge: 4,15 Meter (4,17 Meter in der N-Line)
- Breite: 1,80 Meter
- Höhe: 1,50 Meter
- Radstand: 2,68 Meter
Besonders interessant ist das Kofferraumkonzept: Insgesamt stehen 441 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Der klassische Kofferraum fasst 322 Liter, ergänzt durch eine 119 Liter große „Megabox“ unter dem Ladeboden. Diese zweistöckige Lösung erhöht die Alltagstauglichkeit deutlich.

Neues Infotainment und moderne Features
Im Innenraum geht Hyundai neue Wege. Statt klassischer Cockpitstruktur kommt ein freistehender Touchscreen mit 12,9 oder 14,6 Zoll zum Einsatz. Wichtige Fahrinformationen werden teilweise direkt im Display integriert, ergänzt durch ein zusätzliches Fahrerdisplay hinter dem Lenkrad. Erstmals in Europa kommt zudem das Infotainment-System „Pleos Connect“ auf Basis von Android Automotive OS zum Einsatz. Zu den wichtigsten Funktionen zählen:
- Digital Key 2 für schlüssellosen Zugang
- Plug & Charge für einfaches Laden
- Integrierter EV-Routenplaner
- Vehicle-to-Load (V2L) für externe Stromversorgung
Auch im Fond gibt es praktische Lösungen wie USB-C-Anschlüsse und eine magnetische Smartphone-Halterung.

Der Ioniq 3 bietet für seine Klasse eine umfangreiche Ausstattung. Dazu gehören unter anderem:
- Autobahnassistent 2.0 mit Handerkennung
- Fernbedienbarer Parkassistent mit Memory-Funktion
- 360-Grad-Kamera und Totwinkel-Monitor
Optional sind Features wie belüftete Sitze, Relaxation Seats für Ladepausen oder ein Bose-Soundsystem erhältlich.
Entwickelt wurde der Ioniq 3 maßgeblich im Hyundai-Zentrum in Rüsselsheim. Die Produktion erfolgt in Europa, im Werk Izmit in der Türkei.
Zum Preis äußert sich Hyundai bislang nicht. Zum Vergleich: Der technisch verwandte Kia EV2 startet in Deutschland ab 26.600 Euro, höher ausgestattete Varianten liegen deutlich darüber.


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