Mercedes Rückruf

Dürfen Mercedes EQA und EQB bald nicht mehr fahren?

Das KBA hat ein Batterieproblem bei den Modellen Mercedes EQA und EQB als „ernste Gefahr“ eingestuft. Die Betriebsuntersagung droht.

Bei den Mercedes-Elektromodellen EQA und EQB verschärft sich die Lage im Rückruf um die Hochvoltbatterie deutlich. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am 13. April 2026 mitgeteilt, dass es sich bei der Rückrufaktion mit der Nummer 4794004 wegen der Hochvoltbatterie nach Artikel 51 der Verordnung (EU) 2018/858 um eine „ernste Gefahr“ handelt und die Durchführung der Maßnahme deshalb überwacht wird. Fahrzeuge, die nach Ablauf des Überwachungszeitraums nicht an der Rückrufaktion teilgenommen haben, werden laut KBA den zuständigen Zulassungsbehörden gemeldet; diese erhalten die Empfehlung, eine Betriebsuntersagung zu prüfen.

Der neue Aspekt ist brisant, weil Mercedes den aktuellen Rückruf gegenüber Kunden nach Schilderung der Anwaltskanzlei Dr. Stoll & Sauer teils wie eine freiwillige Maßnahme darstellt. Die Antwort des KBA zeichnet jedoch ein anderes Bild. Damit bekommt der Fall um die E-Modelle EQA und EQB eine neue Dimension. Es geht nicht mehr nur um die Frage, ob Mercedes den technischen Mangel endlich beseitigt, sondern auch darum, welche Folgen Verbrauchern drohen, wenn sie dem Rückruf nicht nachkommen.

Die Geschichte des Rückrufs bei Mercedes EQA und EQB

Mercedes hatte bei den betroffenen Fahrzeugen zunächst auf ein Software-Update gesetzt. Später folgte dann ein weiterer Rückruf, bei dem nun die Hochvoltbatterie ausgetauscht werden soll. Nach einem Bericht des ADAC vom 25. Februar 2026 betrifft der aktuelle Rückruf EQA- und EQB-Modelle der Baujahre 2021 bis 2024. Ursache ist ein mögliches Problem mit der Hochvoltbatterie, das zu einem Kurzschluss und in der Folge zu einem Fahrzeugbrand führen kann. Betroffen sind laut ADAC weltweit 51.729 Fahrzeuge, davon 4.677 in Deutschland.

Nach dem ADAC-Bericht lief die ursprüngliche Rückrufaktion in Deutschland unter der KBA-Referenznummer 14775R. Die neue Nummer für den Austausch der Batterien lautet 16136R. Zunächst hatte Mercedes nur die Software des Batteriemanagementsystems aktualisiert. Nun folgt der Austausch der Hochvoltbatterie.

Aus Sicht der Kanzlei ist die Auskunft des KBA von erheblicher rechtlicher Bedeutung. Wenn die Behörde selbst von einer ernsten Gefahr spreche, sei klar, dass es sich nicht um einen bloßen Komfortmangel handelt. Für Verbraucher geht es dann um Brandgefahr, Nutzungseinschränkungen, mögliche Nachteile beim Wiederverkauf und nun sogar um das Risiko, dass das Fahrzeug bei Nichtbefolgung des Rückrufs nicht weiter betrieben werden darf.

Probleme mit Hochvoltbatterien auch bei anderen Herstellern

Der Mercedes-Rückruf reiht sich in eine Serie von Batterieproblemen bei verschiedenen Herstellern ein. Für Verbraucher zeigt sich damit immer deutlicher: Probleme mit Hochvoltbatterien sind längst kein Randphänomen einzelner Modelle mehr. Ein Überblick:

  • Renault: Bei Renault 4 E-Tech und Renault 5 E-Tech wurde im März 2026 auf EU-Ebene ein Rückruf wegen möglicher Delamination in Batteriezellen, internem Kurzschluss und Brandgefahr veröffentlicht.
  • Hyundai: Das KBA überwacht beim Kona Elektro den Rückruf 16242R; Grund ist eine fehlerhafte Batterieüberwachungssoftware, die thermische Instabilitäten in der Hochvoltbatterie möglicherweise nicht rechtzeitig erkennt. In Deutschland sind 13.523 Fahrzeuge betroffen.
  • Volkswagen und Cupra: Der ADAC berichtete am 25. März 2026 über Rückrufe bei ID.3, ID.4, ID.5, ID. Buzz und Cupra Born wegen fehlerhafter Batteriemodule mit möglicher thermischer Überlastung und Brandgefahr.
  • Porsche: Auch Porsche war bereits von Rückrufen wegen Brandgefahr in der Hochvoltbatterie betroffen. Beim Taycan wurde im Oktober 2024 ein Rückruf wegen eines Zelldefekts in der Hochvoltbatterie bekannt, der zu einem Kurzschluss und in der Folge zu einem Brand führen kann; betroffen waren Fahrzeuge aus dem Bauzeitraum Januar 2019 bis Dezember 2023. Titelfoto: Mercedes-Benz

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