Mit dem neuen 3er endet eine lange Tradition: BMW bietet für den Dienstwagen-Klassiker keinen Dieselmotor mehr an.
BMW verabschiedet sich beim 3er vom Dieselmotor. Die neue Generation der Mittelklasse-Baureihe wird nur als Elektroauto sowie mit Benzinmotoren und später auch als Plug-in-Hybrid angeboten (wir berichteten). Selbstzünder sind nicht mehr vorgesehen. BMW begründet das mit fehlender Nachfrage.

Damit endet eine lange Tradition. Noch beim aktuellen 3er gehört der Diesel zu den tragenden Säulen des Motorenprogramms. Das Angebot reicht bei der Limousine vom sparsamen 318d mit 110 kW/150 PS bis zum sportlichen M340d xDrive mit 250 kW/340 PS. Alle arbeiten mit 48-Volt-Mildhybridtechnik. Auch beim Touring gibt es bislang eine ähnlich breite Dieselpalette.
Beim neuen 3er stehen zum Start nun zwei vollelektrische i3-Versionen zur Wahl. Daneben gibt es zwei Vierzylinder-Benziner sowie als Spitzenmodell der Verbrennerpalette den 326 kW/443 PS starken M350 xDrive mit Sechszylinder-Benziner und 48-Volt-Technik. Ein Plug-in-Hybrid soll später folgen. Ein Selbstzünder nicht mehr.
Der Rückzug kommt in einer Phase, in der der Diesel auf dem deutschen Neuwagenmarkt dramatisch an Bedeutung verliert. Nach VDA-Berechnungen auf Basis von KBA-Zahlen wurden 2025 rund 561.000 Diesel-Pkw einschließlich Diesel-Mildhybride neu zugelassen, knapp 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Ihr Anteil am Gesamtmarkt sank von 23,7 auf 19,6 Prozent. Auf dem Höchststand 2012 war fast jeder zweite Neuwagen in Deutschland ein Diesel.
Auch in Europa sinkt der Dieselanteil
Auch europaweit zeigt der Trend nach unten. Nach Zahlen des Branchenverbands ACEA sank der Dieselanteil in der EU von 13,6 Prozent im Jahr 2023 auf 7,5 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Allerdings werden auch dort Diesel-Mildhybride teilweise unter den Hybriden geführt, sodass der tatsächliche Anteil von Neuwagen mit Dieselmotor etwas höher liegt. Grund für den Dieselschwund ist nicht zuletzt der Abgasskandal, der 2015 bei VW aufgeflogen ist, aber auch zahlreiche andere Hersteller betrifft. In der Folge verlor die einst als Effizienzwunder gefeierte Technik an Akzeptanz, zugleich machten die anschließend strengeren und enger überwachten Abgasgrenzwerte den Selbstzünder durch die nötige Abgasreinigungstechnik zunehmend teuer.
Mit dem Dieselverzicht ist BMW international nicht allein. Wettbewerber Volvo hat den Ausstieg schon vor Jahren vollzogen, bei asiatischen Herstellern sind in der Mittelklasse nur noch wenige Diesel zu bekommen. Anders sieht es bei Audi und Mercedes aus: Audi bietet den aktuellen A5 weiterhin mit TDI-Motor an und auch bei Mercedes ist die frisch überarbeitete C-Klasse weiterhin als Diesel erhältlich. Außerhalb des Premiumsegments bleibt der Selbstzünder in der klassischen Dienstwagen-Mittelklasse ebenfalls präsent. VW bietet den Passat weiterhin mit TDI-Motoren an, beim Skoda Superb stehen ebenfalls Diesel zur Wahl. SP-X/Titelfoto: BMW


Add a Comment