Das vergangene Jahr verlief für BYD in Deutschland sehr erfolgreich. Das lag nicht nur am Zuwachs bei den Händlern.
Der chinesische Autohersteller BYD hat seine Neuzulassungen in Deutschland 2025 von rund 3.000 auf 23.360 Fahrzeuge gesteigert – ein Wachstum von 708 Prozent innerhalb eines Jahres. Damit gehört BYD zu den am schnellsten wachsenden Marken im deutschen Markt für elektrifizierte Fahrzeuge und überflügelte erstmals den direkten Konkurrenten Tesla mit 19.390 Neuzulassungen.
Das Wachstum speist sich nicht nur aus reinen Elektroautos, für die BYD ursprünglich bekannt wurde, sondern zunehmend auch aus Plug‑in‑Hybriden. So führte der BYD Seal U DM‑i im November erstmals die deutsche Zulassungsstatistik bei den Plug‑in‑Hybriden an und wird unter anderem von Flottenbetreibern wie Sixt eingesetzt.
Händlernetz: Von 26 auf 150 Standorte – Ziel 350

Ein wesentlicher Treiber ist der Ausbau des Händler- und Servicenetzes. BYD hat die Zahl seiner unterzeichneten Partnerstandorte 2025 von 26 auf 150 erhöht, darunter große Gruppen wie AVAG (u. a. Dresden, Leipzig, Ludwigshafen) und Autohaus König in mehreren ostdeutschen Städten.
Verantwortlich für die Netzstrategie ist Kai Schröder, der von Hyundai zu BYD gewechselt ist. Er spricht von einem Rekordwachstum im Handel und sieht darin ein klares Vertrauenssignal aus dem deutschen Automobilhandel: „Ein Wachstum von 26 auf 150 unterzeichnete Händler- und Servicestandorte innerhalb eines Jahres stellt ein Rekord in dieser Branche und ein starkes Signal für das Vertrauen in unsere Marke dar“, sagte er dem Magazin „electrive“.Für 2026 plant BYD den nächsten Sprung: Das Netz soll auf rund 350 Händler- und Servicepunkte anwachsen.
Inzwischen bietet BYD in Deutschland elf Modelle an, davon acht vollelektrische Fahrzeuge und drei Plug‑in‑Hybride. Nach eigenen Angaben deckt die Marke damit etwa 90 Prozent der relevanten Segmente vom A‑ bis zum E‑Segment ab.
Zu den Neuheiten der vergangenen Monate zählen unter anderem der kompakte Atto 2 sowie der kleine Stromer Dolphin Surf, mit denen BYD verstärkt in volumenstarken City‑ und Kompaktklassen gegen Wettbewerber wie VW ID.2 oder Renault 5 antritt.
2026: Denza-Start, Ungarn-Werk und Megawattladen
Für 2026 hat BYD ehrgeizige Pläne in Europa:
- Start der Premiummarke Denza mit zunächst zwei Modellen, darunter der sportliche Shooting Brake Z9GT und der Premium-Van D9. Denza will sich als neue Benchmark im Premiumsegment etablieren und sowohl reine Elektrofahrzeuge als auch sogenannte Super-Hybride anbieten.
- Hochlauf der europäischen Fahrzeugproduktion im neuen Werk in Ungarn, wo bereits ab Ende 2025 der Dolphin Surf vom Band laufen soll. Die Fertigung in der EU soll Lieferzeiten verkürzen und BYD unabhängiger von Importzöllen machen.
- Einführung der Mega‑Flash‑Charging-Technologie: Das hauseigene Megawatt-Ladesystem soll kompatible E‑Autos in rund fünf Minuten mit Energie für bis zu 400 Kilometer versorgen. Bis Ende 2026 plant BYD rund 300 dieser Schnellladepunkte, vor allem bei deutschen Handelspartnern.
Mit seinem starken Wachstum, der breiten Modellpalette und dem massiven Ausbau des Händlernetzes positioniert sich BYD als ernstzunehmender Konkurrent für etablierte Hersteller in Deutschland. Der Einstieg von Denza im Premiumsegment und der Aufbau von Produktion und Ladeinfrastruktur in Europa dürften den Wettbewerbsdruck weiter erhöhen.
Den Fahrbericht zum BYD Sealion können Sie hier lesen. Titelfoto: BYD


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