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Cadillac: Neustart mit Partnern

Cadillac vollzieht in Deutschland einen Neustart: mit zunächst fünf Handelspartnern und elektrifizierter Modellpalette.

Derzeit streben viele Marken nach Europa und Deutschland. Vor allem die aus China sind vielen hierzulande unbekannt. Eine Marke, die sicherlich jeder kennt und die ebenfalls in den Markt drängt, ist Cadillac. Die US-amerikanische Nobelmarke, die sich noch unter dem Dach von GM befindet, war vor der breiten Elektrifizierung eine kleine Nischenmarke. 2017 hat man sich mit dem Verkauf von Opel an PSA (heute Stellantis) aus Deutschland zurückgezogen. 2024 wagte man den Neustart. Zwar zählt Cadillac (mit 50 Neuzulassungen von Januar bis September 2026) immer noch zu den Exoten, doch das soll sich alsbald ändern.

Dazu baut die Marke auf zwei Säulen: Zunächst ist man vom Vertrieb über Showrooms in großen Städten wie Hamburg und Frankfurt abgekommen und setzt künftig auf das Agenturmodell in Kooperation mit großen Handelspartnern. Außerdem zielt man mit dem kleinsten Modell Optiq auf eine Käuferschicht, die man in der Vergangenheit gar nicht avisierte: den Massenmarkt.

Cadillac: Fünf Handelspartner, 21 Servicepunkte

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Gerald Kelleter, Country Manager General Motors Germany GmbH. Fotos: Cadillac

Doch der Reihe nach. Mit derzeit fünf Handelspartnern setzt man auf den Vertrieb über niedergelassene Händler und ein Agenturmodell, bei der der Hersteller selbst der Verkäufer bleibt und der Händler nur als Vermittler (Agent) auftritt. Jüngste Eröffnung war in der vergangenen Woche ein Showroom beim Autohaus Brass in Dietzenbach bei Frankfurt, das den Großraum Rhein/Main abdeckt.

Auf rund 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die aktuelle Generation der vollelektrischen Cadillac- Modelle in stilvollem Ambiente präsentiert. „Wir freuen uns, gemeinsam mit Cadillac ein neues Kapitel aufzuschlagen. Dabei möchten wir Kundinnen und Kunden ansprechen, die Wert auf Qualität, ein außergewöhnliches elektrisches Fahrgefühl und eine ganz besondere Premium-Anmutung legen.“ sagte Artan Statovci, Geschäftsführer der Brass Gruppe, bei der Eröffnung.

„Wir freuen uns sehr darauf, mit dem Autohaus Brass in der wichtigen Rhein-Main-Region gemeinsam durchzustarten“, sagte Gerald Kelleter, Country Manager General Motors Germany GmbH. Und weiter: „Wir möchten das Potenzial der Marke nutzen und mit unseren derzeit drei vollelektrischen Modellen nicht nur die Luxusklasse abdecken, sondern – insbesondere mit dem Optiq – auch neue Käuferschichten erschließen. Unser Ziel ist, in fünf Jahren ein etablierter Player im deutschen Markt zu sein.“

Dabei mache man sich keinen Druck, sondern möchte mit guten Partnerschaften langfristig wachsen. „Wir möchten uns im Premiumsegment etablieren“, sagt Kelleter. Zusätzlich zu den bislang fünf Vertriebsstandorten offeriert man derzeit 21 Servicestandorte. Mit einem sechsten Vertriebsstandort im süddeutschen Raum sei man derzeit kurz vor dem Vertragsabschluss.

Den gewerblichen Markt im Blick

Grundsätzlich baue man nicht nur auf den Privatmarkt, auch Freiberufler, kleine und mittlere Fuhrpark zählen zur Zielgruppe. „Wir wollen wirtschaftlich überzeugen und auch die User-Choser in Unternehmen überzeugen, also jene Dienstwagenberechtigten, die sich ihr Auto frei aussuchen dürfen.“

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Mit dem Optiq startet Cadillac in den Massenmarkt.

Türöffner soll der schon erwähnte Optiq sein. Das Modell tritt im etablierten Premium-Segment hauptsächlich gegen den BMW iX3 (Neue Klasse), den elektrischen Mercedes GLC (geplant für 2026) und den Audi Q6 e-tron an. Der 4,82 Meter lange Optiq gilt intern als „Kompakt-SUV“, wirkt aber wegen seiner niedrigen Dachlinie eher wie ein Crossover aus SUV und Kombi. Technisch basiert der Optiq auf einer Plattform, die sich „GM EV Battery Platform“ nennt. Sie basiert auf der 400-Volt-Technologie und einer Batteriekapazität von 75 kWh. Daraus resultiert eine WLTP-Reichweite von 425 Kilometer.

Den Optiq gibt es nur mit zwei Elektromotoren und damit permanentem Allradantrieb. Die gemeinsame Leistung beträgt 224 kW/304 PS, an Drehmoment liegen 480 Newtonmeter an. Damit lässt sich der amerikanische Stromer durchaus flott bewegen. Als Verbrauchswert werden 19,9 kWh/100 Kilometer genannt.

Die Modelle: Optiq, Lyric (V) und Vistiq

Spannend ist auch der Preis: 57.500 Euro, und damit einige zehntausend Euro günstiger als die Konkurrenz, verlangen die Amerikaner für ihren Elektro-Cruiser, bei gleichzeitiger Vollausstattung. Selbst ein riesiges Panoramadach, große 21-Zoll-Räder, Sitze mit Heiz-, Kühl- und Massagefunktion und ein Premium-Audiosystem mit 19 Lautsprechern und Dolby Atmos sind serienmäßig. Ebenso sämtliche Sicherheitsassistenzsysteme. Es gibt praktisch keine Aufpreisliste.

Neben dem Optiq stehen die größeren Modelle Lyriq und Vistiq zur Wahl. Der Lyriq ist das mittelgroße E-SUV der Marke. Er ist fünf Meter lang, 2,21 Meter breit (mit Spiegeln) und 1,62 Meter hoch. Serienmäßig hat er Allrad mit 388 kW (528 PS) und 610 Nm Drehmoment, dazu einen 102-kWh-Akku. Er kostet ab 83.000 Euro.

Der Lyriq-V ist die sportliche Variante. Er übernimmt die Karosserie des normalen Modells und besitzt dieselben Außenmaße. Zwei Motoren leisten 459 kW (624 PS) bei 880 Nm. Die Batterie hat 91 kWh netto, die Preisempfehlung liegt bei 108.809 Euro.

Beim Vistiq handelt es sich um einen Siebensitzer. Er ist 5,20 Meter lang, 2,02 Meter breit (ohne Spiegel) und 1,80 Meter hoch. Zwei Motoren mit Allradantrieb leisten zusammen 459 kW/646 PS, der Akku fasst 91 kWh netto. In Deutschland kostet er ab 99.640 Euro.

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