Abgasskandal

CO2-Grenzwerte: Keine Strafzahlungen an die EU?

Corona trifft auch die Autohersteller. Verschiebt die EU daher die Strafzahlungen für die Überschreitung der CO2-Grenzwerte?

In diesem Jahr wird es ernst für die Autohersteller: Die EU hat die Vorgaben des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes von Pkw mit Strafzahlungen verknüpft, wenn Hersteller diese nicht einhalten. Das kann je nach Höhe der Überschreitung viele Millionen Euro kosten. Die Regelung: Neuwagen sollen im EU-Flottendurchschnitt nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,6 Liter Diesel bzw. 4,1 Liter Benzin. Bis 2030 sollen die Emissionen sogar um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken (dann 59,4 g je km), für leichte Nutzfahrzeuge ist eine C02-Reduktion von 31 Prozent vorgesehen. Da sie 2020 nur einen Grenzwert von 141 Gramm erfüllen müssen, wären dies bis 2030 101,4 g/km. Bis 2025 soll jeweils eine Minderung um 15 Prozent erreicht sein.



Allerdings liegen für viele Hersteller noch nicht einmal die aktuellen CO2-Grenzwerte von 95 Gramm in Reichweite: Zuletzt lag der europäische Durchschnitt bei 118,5 Gramm pro Kilometer. Damit drohen den Massenherstellern wie VW deftige Strafzahlungen, die sie dadurch zu mindern versuchen, dass sie möglichst viele Elektroautos oder Plug-in-Hybride verkaufen. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft PA Consulting drohen den Wolfsburgern 2021 bei etwa 4,5 Millionen neuzugelassenen Fahrzeugen Strafzahlung in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Auch für andere Hersteller wie Daimler, Ford, Fiat/Chrysler, PSA und BMW könnte es mit dreistelligen Millionenbeträgen teuer werden.

Große Belastungen durch Corona

Belastungen, die die Konzerne nach dem derzeitigen Stand der Situation durch Corona wohl kaum oder nur schwer werden tragen können. So haben viele Unternehmen derzeit ihre Produktion eingestellt. Zudem werden sie sich nach Corona um ihr Händlernetz kümmern müssen, das derzeit heftige Umsatzeinbußen verzeichnet. Da liegt es nahe, dass neben den einzelnen Staaten auch die EU hilft und die Strafzahlungen abmildert oder verschiebt. Gerüchteweise streunt diese Nachricht bereits durch den Markt, bestätigt wurde sie allerdings noch nicht. HM/Foto: Mercedes-Benz

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