E-Autos Flottenziele

E-Autos: Durchschnittspreis 2025 gesunken

Laut T&E ist der Durchschnittspreis von E-Autos erstmals seit 2020 gefallen – dank strenger CO2-Flottenziele.

Eine Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) zeigt, dass der durchschnittliche Preis für Elektroautos in der EU 2025 erstmals seit fünf Jahren gesunken ist. Hauptgrund sind die CO2-Flottenziele der EU-Kommission, die Autohersteller dazu bewegen, mehr bezahlbare Modelle auf den Markt zu bringen.

Laut T&E lag der durchschnittliche Preis für E-Autos in der EU 2025 bei 42.700 Euro – rund 1.800 Euro oder vier Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders im B-Segment, also bei elektrischen Kleinwagen, fielen die Preise um 13 Prozent. Der Preisrückgang ist vor allem neuen Modellen wie dem Citroën ë-C3 und dem Renault 5 zu verdanken, die rechtzeitig zur Erfüllung der ursprünglichen CO2-Ziele für 2025 auf den Markt gekommen sind. Diese Ziele wurden jedoch inzwischen auf einen Drei-Jahres-Mittelwert zwischen 2025 und 2027 abgeschwächt.

E-Autos CO2-Flottenziele
Der Durchschnittspreis von E-Autos ist erstmals seit 2020 gefallen. Die Preisparität ist in Sicht. Grafik: T&E.

Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland, erklärt: „Die Flottengrenzwerte helfen dem Klima und machen sich im Portemonnaie bemerkbar: Dank der CO2-Ziele gibt es in Europa nun endlich günstigere E-Autos. Wenn wir jetzt Kurs halten und die Ziele für 2030 nicht verwässern, sind neue E-Autos bald billiger als Verbrenner. Das hilft vielen Deutschen aus der fossilen Falle, die sie gerade wieder an der Zapfsäule spüren müssen.“

Bis 2024 dominierten teure Modelle

Der Preisrückgang 2025 steht im starken Kontrast zu den Jahren 2020 bis 2024, in denen E-Autos um durchschnittlich 5.000 Euro teurer wurden. In dieser Phase konzentrierten sich die Hersteller auf margenträchtige Modelle wie Audi Q4 e-tron, VW ID.4 oder BMW iX. Der Grund: damals galten noch schwächere CO2-Flottenziele, die keinen großen Marktdruck zum Angebot günstiger Fahrzeuge erzeugten.

Dieser Trend scheint nun beendet. Auch für 2026 haben Konzerne wie Volkswagen, Cupra und Skoda mehrere preiswerte Modelle angekündigt – darunter den VW ID. Polo, Cupra Raval sowie kompakte SUV-Ableger wie VW ID.Cross und Skoda Epiq. Für den ID.Polo (Titelfoto) plant Volkswagen einen Einstiegspreis von rund 25.000 Euro. Nissan stellt dieser Tage den neuen Micra vor.

Bereits 2024 erreichten Elektroautos der D- und E-Segmente Preisparität mit Verbrennern. Laut T&E könnten auch kleinere Segmente (A bis C) bis 2030 gleichziehen – allerdings nur, wenn Kostenvorteile an die Verbraucher weitergegeben werden. Eine Lockerung der CO2-Ziele durch die EU-Kommission könnte diesen Prozess jedoch verlangsamen. Nach Schätzungen von T&E würde ein durchschnittliches E-Auto im Jahr 2030 rund 2.300 Euro teurer ausfallen als bei den aktuellen Zielvorgaben.

Der Zusammenhang ist einfach: Werden die Flottenziele abgeschwächt, konzentrieren sich Hersteller wieder auf größere, profitablere Modelle, die sich aber schlechter verkaufen. Das würde den Preisdruck bei erschwinglichen Fahrzeugen deutlich verringern.

T&E warnt vor Rückschritten durch weichere Flottenziele

T&E fordert die EU-Kommission daher auf, die CO2-Flottenziele nicht weiter zu verwässern. Eine Mittelung des 2030-Ziels über drei Jahre könnte laut Think Tank den Marktanteil von Elektroautos in der EU von 57 Prozent auf 47 Prozent senken. Eine Fünfjahres-Mittelung, wie sie die Automobilindustrie fordert, würde den Anteil sogar auf nur 32 Prozent drücken.

Sebastian Bock warnt: „Wer glaubt, durch schwächere Standards die heimische Industrie schützen zu können, irrt. Das verzögert nur den Preisrutsch bei E-Autos und schützt kurzfristige Gewinne auf Kosten der Zukunftsfähigkeit. Währenddessen holen chinesische Hersteller rasant auf – besonders bei Plug-in-Hybriden. Europas Antwort muss technologische Exzellenz und globaler Führungsanspruch sein, nicht das Aufweichen von Zielen.“ Titelfoto: VW

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