Feststoffbatterie

Nissan baut ab 2028 die Feststoffbatterie

Der japanische Autobauer Nissan will 2028 die Feststoffbatterie in Serie bauen. Doch ein Newcomer dürfte schneller sein.

Die Feststoffbatterie ist schon seit Jahren der heilige Gral der E-Auto-Branche. Immer wieder wurde von Fortschritten in der Forschung berichtet, in Serie produziert wird sie bislang aber nicht. Premiere soll sie bei Nio feiern, dessen Modell ET7 bereits 2024 mit einer 150-kWh-Feststoffbatterie kommen soll. Unter den großen Herstellern ist nun Nissan der erste, der ein Datum nennt: Die Japaner wollen ab 2028 den innovativen Akku bauen, gegen Ende des Jahrzehnts sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Ab 2024 soll im Werk Yokohama eine Pilotproduktionslinie aufgebaut werden, um Materialien, Konstruktion und Produktionsverfahren zu entwickeln.

Erheblicher Kostenvorteil

Mit Hilfe der neuartigen Akkus sollen die Batteriekosten bis zum Serienstart auf 75 Dollar pro Kilowattstunde sinken, ein Jahr später sollen es 65 Dollar sein. So will Nissan die Anschaffungskosten eines E-Mobils auf Verbrenner-Niveau senken. Aktuell liegen die Kosten für konventionelle Lithium-Ionen-Akkus mit Flüssig-Elektrolyt oberhalb von 100 Dollar je Kilowattstunde.

Nissan ist nicht der einzige große Autobauer, der auf die Feststoffbatterie setzt. Mercedes will ebenfalls Ende des Jahrzehnts starten, auch Lexus peilt diese Zeitspanne an. Bei BMW soll noch vor 2025 das erste E-Auto mit Feststoffbatterie getestet werden. Und nahezu alle anderen forschen an dem Projekt und nennen ähnliche Zeiträume.

50 Prozent mehr Leistung

Festkörper- oder Feststoffbatterien unterscheiden sich von klassischen E-Auto-Akkus dadurch, dass der flüssige und brennbare Elektrolyt durch einen festen ersetzt wird, was potenziell Sicherheitsvorteile hat. Darüber hinaus können, je nach Bauart, weitere Vorteile auftreten, etwa höhere Energiedichte und schnellere Ladefähigkeit. Stefan Reindl, CEO des Instituts für Automobilwirtschaft, geht von einer Steigerung der Leistungsfähigkeit von bis zu 50 Prozent aus. Auch Nissan hat nach eigenen Angaben neben den niedrigeren Kosten diese Faktoren im Blick. Der japanische Konzern hat in der Allianz mit Renault und Mitsubishi die Federführung bei der Feststoffbatterie-Entwicklung, andere Autohersteller forschen ebenfalls an der Technik. Titelfoto: Nissan

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