V2G VW Elli

V2G: Bald zieht auch Volkswagen nach

Gemeinsam mit der Konzerntochter Elli führt Volkswagen noch im vierten Quartal 2026 ein V2G-Angebot ein.

Mit Volkswagen bringt ein weiterer großer Hersteller ein Vehicle-to-Grid-Angebot (V2G) nach Deutschland. Gemeinsam mit der Konzerntochter Elli soll es ab Ende 2026 möglich sein, Strom aus der Batterie von Elektroautos der ID-Familie zurück ins öffentliche Netz zu speisen und so die eigenen Energiekosten deutlich zu senken.

Volkswagen plant den Marktstart seines V2G-Angebots für das vierte Quartal 2026. Bereits ab Juni soll eine Vorregistrierung möglich sein. Neben Deutschland ist eine schrittweise Ausweitung auf weitere europäische Märkte vorgesehen.

Die technische Grundlage ist bereits vorhanden: Die Modelle der ID-Reihe sind seit 2023 für bidirektionales Laden ausgelegt. Nachdem regulatorische Hürden in Deutschland inzwischen weitgehend beseitigt wurden, folgt nun die praktische Umsetzung im Alltag.

Bedeutung von V2G für die Energiewende

Vehicle-to-Grid gilt als zentraler Baustein für ein stabiles und flexibles Energiesystem. Elektroautos fungieren dabei als mobile Stromspeicher:

  • Bei Stromüberschuss wird Energie in die Fahrzeugbatterie geladen.
  • Bei hoher Nachfrage wird der Strom wieder ins Netz eingespeist.

So lassen sich Lastspitzen ausgleichen und erneuerbare Energien effizienter nutzen. Parallel entstehen wirtschaftliche Vorteile für E-Auto-Fahrer.

Auch andere Hersteller und Energieanbieter haben bereits entsprechende Angebote gestartet, darunter Kooperationen von BMW mit E.ON, Ford mit Octopus Energy sowie Projekte von The Mobility House mit Mercedes-Benz und Renault.

Einsparpotenzial für Haushalte

Volkswagen und Elli stellen vor allem die wirtschaftlichen Vorteile in den Vordergrund. Laut Elli liegt das jährliche Einsparpotenzial bei etwa 700 bis 900 Euro pro Fahrzeug. Voraussetzung ist, dass das Elektroauto regelmäßig an die heimische Wallbox angeschlossen ist. Branchenüblich sind derzeit etwa 12 bis 14 Stunden tägliche Anbindung, auch wenn Volkswagen noch keine konkreten Mindestzeiten nennt. Langfristig zielt das Modell darauf ab, die Mobilitätskosten deutlich zu senken. Perspektivisch könnte das Laden eines Elektroautos nahezu kostenneutral werden.

Um das Angebot nutzen zu können, sind mehrere Komponenten erforderlich:

  • Dynamischer Stromtarif
  • DC-fähige bidirektionale Wallbox
  • Smart Meter
  • Elli-App zur Steuerung und Optimierung

Elli übernimmt dabei die zentrale Rolle als Schnittstelle zwischen Fahrzeug, Nutzer und Energiemarkt. Über ein eigenes Energiehandelsteam wird Strom rund um die Uhr an der Börse EPEX Spot gehandelt.

Virtuelles Kraftwerk als Geschäftsmodell

Das wirtschaftliche Potenzial von V2G entsteht vor allem durch die Bündelung vieler Fahrzeuge zu einem virtuellen Kraftwerk.

Dabei ergeben sich zwei zentrale Einnahmequellen:

  • Arbitrage: Strom wird bei niedrigen Preisen geladen und bei hohen Preisen verkauft.
  • Netzdienstleistungen: Vergütung für stabilisierende Eingriffe ins Stromnetz.

Ein Teil dieser Erlöse wird an die Kunden weitergegeben. Dadurch kann es realistisch werden, jährlich Strom für Fahrleistungen von 10.000 Kilometern oder mehr kostenneutral zu beziehen oder sogar eine Gutschrift zu erhalten. Titelfoto: Elli

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