V2G Renault

V2G: Kostenlos Elektroauto fahren

The Mobility House plant ein V2G-Angebot mit kostenlosem Laden für Elektroautos. Allerdings gibt es einiges zu beachten.

Das Münchner Unternehmen The Mobility House (TMH) steht kurz vor dem Start eines neuen Angebots, mit dem Halter von Vehicle-to-Grid-fähigen Elektroautos ihr Fahrzeug zu Hause kostenlos laden können. Finanziert wird das Modell durch den intelligenten Einsatz der Fahrzeugbatterien als Zwischenspeicher im Stromnetz. TMH speist bei Bedarf Energie ins Netz zurück und profitiert dabei von Preisschwankungen im Stromhandel.

Wie Verwaltungsratschef Herbert Diess gegenüber der „FAZ“ erklärte, soll noch im laufenden Quartal der erste Tarif für kostenlosen V2G-Strom starten – zunächst mit dem vollelektrischen Renault 5, später im Jahr auch mit den neuen Mercedes-Stromern CLA und GLC. TMH bestätigte gegenüber dem Branchenmedium „electrive.net“, dass trotz teils verzögerter Prozesse in Deutschland das Angebot mit Renault noch 2026 anlaufen soll. Voraussetzung für den kostenlosen Strom ist, dass das Elektroauto täglich mehrere Stunden an einer V2G-fähigen Wallbox angeschlossen bleibt.

14 Stunden am Tag an der Wallbox

Bereits 2024 sammelte TMH in Frankreich Praxiserfahrung mit einem ähnlichen Produkt, das gemeinsam mit der Renault Group auf den Markt kam. Laut Unternehmensangaben kann bei durchschnittlich 14 angeschlossenen Stunden pro Tag und 10.000 gefahrenen Kilometern im Jahr der gesamte Ladestrom praktisch kostenneutral werden.

Das Prinzip des Vehicle-to-Grid nutzt die Batterie eines Elektroautos als flexiblen Energiespeicher. Strom wird aufgenommen, wenn das Netz ein Überangebot hat – etwa bei starker Solar- oder Windstromproduktion – und wieder abgegeben, wenn die Nachfrage hoch ist. TMH erzielt so Erlöse durch Arbitrageeffekte zwischen Ein- und Verkaufspreisen des Stroms, die es in Form von kostenlosem Ladestrom an Kunden weitergibt.

Herbert Diess betonte, dass TMH zwar noch ein kleines Unternehmen sei, das Geschäftsmodell jedoch enormes Potenzial biete. Seit Anfang 2025 werden Fahrzeugbatterien in Deutschland regulatorisch wie stationäre Speicher behandelt, wodurch das doppelte Netzentgelt entfällt – ein entscheidender Vorteil für die Wirtschaftlichkeit solcher V2G-Konzepte.

Bindung an bestimmte Fahrzeug- und Wallbox-Modelle

Aktuell arbeitet TMH noch mit herstellerspezifischen Partnerschaften, die an bestimmte Fahrzeug- und Wallbox-Modelle gebunden sind. Langfristig erwartet das Unternehmen jedoch plattformübergreifende Standards und eine Öffnung der Systeme verschiedener Hersteller.

Auch andere Akteure im Markt treiben das Thema voran:

  • E.ON bietet gemeinsam mit BMW einen V2G-Stromtarif für den iX3 an. Kunden erhalten pro Stunde Verbindung zur V2G-Ladestation eine Gutschrift von 24 Cent, gedeckelt auf 60 Euro pro Monat. Für zurückgespeisten Strom wird sogar 40 Cent pro Kilowattstunde vergütet.
  • In Großbritannien haben BYD und Octopus Energy ein Komplettpaket eingeführt: Für 299 Pfund monatlich bekommen Kunden ein BYD-Modell, eine V2G-Wallbox und Strom inklusive – unter der Bedingung, dass das Fahrzeug regelmäßig lange genug angeschlossen ist.

Mit diesen Modellen könnte bidirektionales Laden den nächsten Schritt in Richtung kosteneffizienter und netzdienlicher Elektromobilität markieren – und Autofahrern bald ermöglichen, ihr E-Auto zu Hause nahezu kostenlos zu laden. Titelfoto:

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