VW ID.3 Neo

VW ID.3 Neo: Mehr Golf wagen

Der VW ID.3 sollte der Golf für das Elektrozeitalter sein. Nun ist er es zumindest äußerlich tatsächlich geworden.  

Was lange währt, wird endlich gut – hofft man bei VW und schickt den VW ID.3 im Sommer runderneuert auf die Straße. Der Kompakt-Stromer trägt dann den Beinamen „Neo“, nähert sich optisch deutlich dem Golf, legt bei der Antriebstechnik nach und will die frühere Kritik am Innenraum endgültig vergessen machen. Der Vorverkauf startet nun zu Preisen von voraussichtlich knapp unterhalb von 35.000 Euro, die Markteinführung ist für Juli geplant.

VW ID.3 Neo
Auch das Heck-Design erinnert nun mehr an den Golf. Fotos: VW

Zum Start gibt es den Fünftürer in drei Leistungsstufen mit 125 kW/170 PS, 140 kW/190 PS und 170 kW/231 PS sowie mit 50, 58 oder 79 kWh Netto-Batteriekapazität. Das ist teilweise etwas weniger als zuvor, die Reichweite soll in der Spitze aber trotzdem wachsen. VW stellt nach vorläufigen Werten bis zu 630 WLTP-Kilometer in Aussicht; bislang waren 605 Kilometer das Maximum. Bei der Ladeleistung müssen sich Käufer der kleineren Batterie allerdings mit mäßigen 105 kW zufriedengeben – zuletzt lagen die Werte deutlich höher. Lediglich der größte Speicher verträgt am DC-Anschluss zeitgemäße 183 kW.

Optisch soll der Neo an klassische VW-Kompaktmodelle anknüpfen, ähnelt nun stärker den konventionellen Golf VIII. Dafür sorgt unter anderem ein stilisierter Kühlergrill, der an die Stelle der zuletzt geschlossenen E-Auto-Front rückt. Diese trägt ein durchgehendes Lichtband, auf Wunsch mit beleuchtetem Logo. Dach und Heck sind künftig nicht mehr schwarz abgesetzt, sondern in Wagenfarbe lackiert.

VW ID.3 Neo
Bei der Reichweite legt der ID.3 leicht nach.

ID.3 Neo: Mehr Qualität im Innenraum

Im Innenraum verspricht VW mehr Wertigkeit und vor allem eine bessere Bedienlogik. Das Cockpit des ID.3 Neo wurde laut Hersteller praktisch neu entwickelt, hinzu kommen ein neues Multifunktionslenkrad, klassische Tasten für Klimafunktionen und wieder ein Drehregler für die Lautstärke. Auch das große Zentraldisplay und das neue Infotainmentsystem „Innovision“ sollen einfacher zu bedienen sein. Damit adressieren die Norddeutschen einen der großen Kritikpunkte an den Vorgängerversionen.

Neu sind außerdem Funktionen wie One-Pedal-Driving, Vehicle-to-Load zum Versorgen externer Geräte sowie optional ein „Connected Travel Assist“, der erstmals auch rote Ampeln erkennen und das Auto automatisch bis zum Stillstand abbremsen kann. Zehn Jahre lang ist zudem der Konnektivitäts-Dienst „VW Connect“ kostenlos enthalten.

VW ID.3 Neo
Der Innenraum wurde umfangreich modifiziert.

Für Volkswagen ist der ID.3 Neo mehr als ein normales Facelift. Der Mitte 2020 holprig gestartete Hoffnungsträger der Elektro-Offensive, bei dem VW schon Anfang 2023 nachbessern musste, bekommt damit seine bislang tiefgreifendste Überarbeitung. Dass die Marke nun Wertigkeit, intuitive Bedienung und klassische Bedienelemente so stark betont, zeigt, wo die Schwachstellen der frühen ID.3-Jahre lagen. Trotzdem ist das Modell kommerziell längst wichtiger geworden, als der schwierige Start vermuten ließ: 2025 entschieden sich laut Volkswagen europaweit rund 78.000 Käufer für einen ID.3. Holger Holzer/SP-X

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