Die Elektroauto-Zulassungen in der EU steigen im Januar 2026 um 24 Prozent – ihr Marktanteil wächst deutlich.
Der Absatz von Elektroautos in der Europäischen Union ist im Januar 2026 kräftig gestiegen. Laut dem Branchenverband ACEA wurden 154.230 Batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV) neu zugelassen – ein Plus von 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Mit einem Marktanteil von 19,3 Prozent erreichten Elektroautos ihren bislang höchsten Januarwert in der EU. Lesen Sie hier die Zulassungsstatistik für 2025 in der EU.
Während die Zahl der E-Zulassungen wuchs, schrumpfte der gesamte Automarkt leicht. Insgesamt kamen im Januar 2026 nur 799.625 neue Pkw auf die Straßen – ein Rückgang von 3,9 Prozent gegenüber 2025. Das verstärkte den Anteil der Stromer, der im Vorjahr noch bei 14,9 Prozent gelegen hatte. Der Zuwachs resultiert somit aus einem doppelten Effekt: mehr Elektroautos und weniger Verbrenner.

Hybride legen zu, Verbrenner verlieren massiv
Auch Plug-in-Hybride (PHEV) konnten zulegen. Mit 78.741 Neuzulassungen erreichte dieses Segment ein Plus von 28,7 Prozent. Noch stärker vertreten sind die Hybridfahrzeuge (HEV), die um 6,2 Prozent auf 308.364 Fahrzeuge anwuchsen und nun 38,6 Prozent Marktanteil halten.
Dagegen stürzten die klassischen Antriebe ab: Benziner verloren 28,2 Prozent auf 175.989 Fahrzeuge, Diesel 22,3 Prozent auf 64.550 Zulassungen. Damit liegen reine Benziner mit 22 Prozent Marktanteil nur noch knapp vor den Elektroautos.
Da der ACEA die Hybrid-Kategorie nicht nach Mild-, Voll- oder Plug-in-Hybriden trennt, tauchen darunter auch Fahrzeuge mit geringer Elektrifizierung auf. Viele davon fahren im Alltag kaum elektrisch, zählen aber in der Statistik trotzdem zu den „elektrifizierten“ Modellen – was die reale CO₂-Bilanz verzerrt.

Starke Zuwächse in Frankreich und Deutschland
Die vier größten EU-Märkte, die rund 60 Prozent aller E-Auto-Neuzulassungen stellen, entwickelten sich unterschiedlich:
- Frankreich: +52,1 Prozent auf 30.307 BEV
- Deutschland: +23,8 Prozent auf 42.692 BEV
- Belgien: –11,5 Prozent auf 12.131 BEV
- Niederlande: –35,4 Prozent auf 7.165 BEV
Deutschland bleibt damit der größte BEV-Markt Europas vor Frankreich und dem britischen Markt außerhalb der EU (29.654 Fahrzeuge). Deutliche Zuwächse verzeichneten außerdem Italien (+40,7 Prozent auf 9.423 BEV), Irland (+48,4 Prozent auf 7.305 BEV) und Dänemark (+52,7 Prozent auf 10.618 BEV).
Das stärkste prozentuale Wachstum meldete der ACEA aus Polen, wo sich der BEV-Markt auf 3.544 Fahrzeuge mehr als verdreifachte (+216,1 Prozent). Auch kleinere Märkte wie Kroatien (+100 Prozent auf 138 Fahrzeuge) und Litauen (+65,2 Prozent auf 266 Fahrzeuge) legten kräftig zu. Finnland erreichte mit 2.505 E-Autos ebenfalls ein Plus von 52,7 Prozent.
Außerhalb der EU verlief die Entwicklung im Januar 2026 uneinheitlich. Großbritannien stagnierte mit +0,1 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau, während Norwegen deutliche Rückgänge sowohl bei E-Autos als auch im Gesamtmarkt verzeichnete.
Tesla verliert leicht an Marktanteil
Da der ACEA die Herstellerstatistik nicht nach Antriebsarten differenziert, lässt sich nur Teslas Entwicklung direkt bewerten. Der US-Hersteller kam im Januar 2026 auf 7.187 Neuzulassungen in der EU – 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit lag Teslas Marktanteil bei 0,9 Prozent.
Trotz schwächelnden Gesamtmarkts setzen sich Elektroautos in Europa weiter durch. Besonders interessant ist die Marktverschiebung: Während klassische Verbrenner verlieren, gewinnen BEV und PHEV kontinuierlich Anteil. Sollte sich der Trend auch in den kommenden Monaten fortsetzen, könnte der Elektroauto-Marktanteil 2026 erstmals die 20-Prozent-Marke dauerhaft überschreiten. Titelfoto: KI-generiert


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