CSU Verbrenner-Aus

Verbrenner-Aus: Die Union schießt ein Eigentor

Die Union sorgt erneut für Diskussionen rund um das geplante Verbrenner-Aus in der EU ab 2035 – und blamiert sich mit ihrem Beitrag..

Was ist gemeint? In einer aktuellen Mitteilung bekräftigt die Bundestagsfraktion ihre Forderung nach mehr Technologieoffenheit im Automobilsektor – löst damit jedoch unerwartet Kritik aus, die sich vor allem an einer begleitenden Grafik entzündet. „Die unionsgeführte Bundesregierung hat entschieden: Wir wollen echte Technologieoffenheit im Automobilsektor“, heißt es in der Mitteilung. Statt politischer Vorgaben solle künftig wieder der Wettbewerb zwischen verschiedenen Antriebstechnologien im Mittelpunkt stehen. Die Abkehr vom Verbrenner-Aus wird dabei als politischer Erfolg dargestellt, insbesondere von Seiten der CSU.

Was die Fraktion nicht erwähnt: Beide Technologien stehen seit Jahren in direktem und offenem Wettbewerb, der sich angesichts der hohen Spritpreise und der technologischen Weiterentwicklung bei den E-Autos immer mehr zugunsten der Stromer verschiebt. Doch lassen wir dies so stehen.

Denn für Aufmerksamkeit sorgt weniger die politische Botschaft als vielmehr deren visuelle Umsetzung. In der veröffentlichten Grafik ist ein blaues Fahrzeug vor EU-Sternen zu sehen, kombiniert mit dem Slogan „Wir setzen auf das Aus vom Verbrenner-Aus!“. Der Hinweis „Bild: KI-generiert“ ist zwar enthalten, doch das dargestellte Auto lässt sich klar als Audi e-tron GT identifizieren – ein rein elektrisches Modell.

Hallo Union: Die EU schreibt keine Technologie vor!

Genau darin liegt die Brisanz: Das Bild widerspricht der eigentlichen Aussage der Kampagne. Statt eines Verbrenners oder einer technologieoffenen Darstellung zeigt die Grafik ausgerechnet ein Elektroauto. Zusätzlich kommt hinzu, dass der Audi e-tron GT nicht einmal in Bayern produziert wird, sondern im Werk Neckarsulm in Baden-Württemberg.

Ob der Fehler durch die Nutzung von KI entstanden ist oder auf eine ungenaue Bildauswahl zurückgeht, bleibt offen. In sozialen Netzwerken, insbesondere auf Instagram, wird der Vorfall bereits intensiv diskutiert. Viele Nutzer weisen auf den Widerspruch zwischen Botschaft und Bild hin.

Unabhängig von der Bildpanne bleibt die politische Debatte bestehen: Die aktuellen EU-Vorgaben schreiben ab 2035 keine bestimmte Technologie vor, sondern setzen auf das Ziel von null CO2-Emissionen bei Neuwagen. Wie dieses Ziel erreicht wird, bleibt grundsätzlich offen – auch wenn batterieelektrische Fahrzeuge derzeit als wahrscheinlichste Lösung gelten.

Der Vorfall zeigt jedoch, wie sensibel das Thema Verbrenner-Aus in Deutschland weiterhin ist – und wie schnell kommunikative Fehler die eigentliche politische Botschaft überlagern können.

Und natürlich wie „offen“ die Union selbst das Thema angeht. Titelfoto: CSU im Bundestag

Add a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *