Akku_Basquevolt

Basquevolt: Lithium-Metall-Batterie mit 400 Wh/kg

Der Batterieentwickler Basquevolt bringt eine neue Hochleistungszelle auf den Markt – mit einer Energiedichte von 400 Wh je kg.

Die in Europa gefertigte Batterie basiert auf einer Lithium-Metall-Anode und erreicht laut Hersteller eine Energiedichte von über 400 Wh/kg. Damit positioniert sich Basquevolt im Wettbewerb um leistungsfähige Batterietechnologien der nächsten Generation für Elektrofahrzeuge und industrielle Anwendungen. Zum Vergleich: Eine heutige NMC-Batterie kommt auf Energiedichten zwischen 220 und 300 Wh/kg.

Basquevolt wurde 2022 im Baskenland gegründet und fokussiert sich auf die Entwicklung von Feststoff– und Lithium-Metall-Batterien. Unterstützt wird das Unternehmen unter anderem von Iberdrola, CIE Automotive, Enagás, EIT InnoEnergy sowie CIC energiGUNE. Ziel ist es, Europa technologisch unabhängiger im Bereich moderner Energiespeicher zu machen.

BQV400L: Lithium-Metall-Zelle mit Hybrid-Elektrolyt

Mit der BQV400L erreicht Basquevolt erstmals die kommerzielle Reife seiner Lithium-Metall-Technologie. Die Batteriezelle kombiniert eine NMC-Kathode mit einer Lithium-Metall-Anode und einem Polymer-basierten Hybrid-Elektrolyten. Auch wenn es sich nicht um eine klassische Feststoffbatterie handelt, gilt diese Architektur als wichtiger Zwischenschritt in Richtung Festkörpertechnologie.

Der Hersteller spricht von der vierten Generation seiner Zellchemie, erstmals standardisiert und sofort verfügbar für industrielle Anwendungen. Details zur genauen Zusammensetzung des Elektrolyten sind bislang nicht öffentlich.

Die wichtigsten Leistungsdaten der BQV400L im Überblick:

  • Energiedichte: 402 Wh/kg
  • Kapazität: 27 Ah
  • Impulsleistung: 8,9 C
  • Produktionsstandort: Spanien
  • Europäischer Anteil der Komponenten: etwa 75 Prozent

Die hohe C-Rate zeigt, dass die Zelle kurzfristig hohe Lade- und Entladeströme verarbeiten kann. Die Leistungsdaten werden derzeit zusätzlich durch ein unabhängiges Testlabor validiert.

Fokus auf industrielle Skalierung

Ein zentraler Vorteil der BQV400L ist ihre Kompatibilität mit bestehenden Produktionsanlagen. Basquevolt bezeichnet die Zelle als „Drop-in“-Lösung, die ohne größere Investitionen in bestehenden Gigafactories gefertigt werden kann. Das reduziert die Markteintrittshürden erheblich und beschleunigt die Industrialisierung.

Parallel arbeitet das Unternehmen weiter an echten Feststoffbatterien und kooperiert bereits mit OEMs aus der Automobil-, Luftfahrt- und Raumfahrtindustrie. Besondere Aufmerksamkeit erhält die Zusammenarbeit mit der Renault-Tochter Ampere. Ziel ist die Entwicklung und Validierung von Lithium-Metall-Batterien für zukünftige Elektrofahrzeuge. Dabei geht es zunächst um sogenannte Pre-A-Muster, also frühe Prototypen zur technologischen Bewertung.

Renault sieht großes Potenzial in der Technologie, insbesondere für:

  • Leichtere und kompaktere Batteriepacks
  • Verbesserte thermische Stabilität
  • Schnellere Ladefähigkeit
  • Geringere Produktionskosten

Laut Renault könnten die Investitionskosten pro GWh um rund 30 Prozent sinken, ebenso der Energieverbrauch in der Zellfertigung.

Herausforderungen bei Lithium-Metall-Batterien

Trotz der hohen Energiedichte bleibt die begrenzte Lebensdauer ein zentrales Problem. Ursache ist die Bildung von Dendriten an der Anode, die zu Kurzschlüssen führen können. Dieses Phänomen hat bisher eine breite Kommerzialisierung verhindert. Wie Basquevolt und Renault dieses Problem konkret lösen wollen, ist noch nicht im Detail bekannt. Die laufenden Entwicklungen und Tests deuten jedoch darauf hin, dass Fortschritte erzielt werden. Titelfoto: Basquevolt

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