Schnelllader Autobahn

Bund will mehr Schnelllader an der Autobahn

Mehr Schnellladesäulen an den Autobahnen: Der Bund plant weitere Ladeplätze für E-Autos – es gibt eine neue Ausschreibung.

Der Bund will entlang deutscher Autobahnen zusätzliche Schnellladesäulen für Elektroautos errichten. Dafür sollen an unbewirtschafteten Rastanlagen, den sogenannten PWC-Anlagen, weitere Flächen für private Investoren freigegeben werden. Eine Ausschreibung ist für Frühjahr 2027 geplant.

Damit baut das Bundesministerium für Verkehr und die Autobahn GmbH des Bundes das bestehende Deutschlandnetz aus. Dort entstehen bereits an 200 unbewirtschafteten Autobahn-Rastanlagen rund 1.000 Schnellladepunkte mit einer Ladeleistung von mindestens 300 kW je Ladepunkt.

Das Deutschlandnetz als Grundlage

Schnelllader Autobahn
Im Februar wurde der 200. Standort im Rahmen des Deutschlandnetzes eröffnet. Foto: Allego

Ende September wurde der 100. von insgesamt 200 geplanten Deutschlandnetz-Ladeparks an einer Autobahn eröffnet. Der Standort liegt an der PWC-Anlage Räthisgraben an der A81 in Fahrtrichtung Stuttgart und wird von E.ON betrieben. Ursprünglich sollte das Deutschlandnetz bis Ende 2026 vollständig fertig sein. Wegen unter anderem verzögerter Mittelspannungsanschlüsse rechnet die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur jedoch damit, dass ein Teil der Standorte erst 2027 und vereinzelt 2028 in Betrieb geht.

Das Deutschlandnetz umfasst insgesamt rund 1.000 Standorte und etwa 9.000 Schnellladepunkte für Pkw. Neben den 200 Autobahnstandorten entstehen weitere Ladeinfrastrukturen in ländlichen und städtischen Regionen.

Anders als beim Deutschlandnetz sollen die zusätzlichen Ladepunkte nicht im Auftrag und mit Bundesförderung errichtet werden. Stattdessen können private Unternehmen im Rahmen einer Ausschreibung Flächen an unbewirtschafteten Rastanlagen erhalten und dort auf eigene Rechnung Schnellladesäulen planen, bauen und betreiben.

Private Investoren sollen bauen

Die Unternehmen sollen dabei selbst über Umfang und Ausstattung ihrer Ladeinfrastruktur entscheiden. Das Bundesverkehrsministerium nennt bislang weder die Zahl der zusätzlichen Standorte noch die Anzahl der geplanten Ladepunkte, geht aber von Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe aus.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sagte: „Mit der Freigabe weiterer Flächen für Pkw-Ladesäulen an unbewirtschafteten Rastanlagen schaffen wir zusätzliche schnelle Lademöglichkeiten direkt an der Autobahn. Das spart E-Auto-Fahrern Zeit und Umwege.“ Das Vergabeverfahren solle einfach gestaltet, zugleich aber Qualität und transparente Preise sichern.

Die Autobahn GmbH will in Kürze eine Marktkonsultation zu den Eckpunkten des Vorhabens starten. Interessant für potenzielle Betreiber sind unter anderem die Auswahl geeigneter Standorte sowie die wirtschaftlichen Bedingungen für den Aufbau und Betrieb von Schnellladeparks.

Der Beginn der Ausschreibung ist für Frühjahr 2027 vorgesehen. Wann die Vergabe abgeschlossen sein und wann die ersten zusätzlichen Ladeparks in Betrieb gehen könnten, ist noch offen.

Raststätten bleiben weitgehend ohne Ladeangebote

An bewirtschafteten Autobahn-Raststätten mit Tankstelle und Gastronomie gibt es bislang kaum Ladeinfrastruktur für Pkw. Ein Rechtsstreit zwischen dem Ladeanbieter Fastned und der Autobahn GmbH wurde im März beigelegt; seither muss der Bau und Betrieb von Ladesäulen an diesen Standorten ausgeschrieben werden.

Für rund 360 bewirtschaftete Rastanlagen wartet die Branche daher auf den Start der entsprechenden Ausschreibung. Parallel hat der Bund die Umsetzung eines Lkw-Schnellladenetzes an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen angestoßen; die zweite Ausschreibung für Standorte an bewirtschafteten Rastanlagen ist in Vorbereitung.

Bis weitere staatliche Flächen erschlossen sind, gewinnen private Autohöfe in der Nähe von Autobahnabfahrten an Bedeutung. Dort entstehen zunehmend große Ladeparks, die E-Auto-Fahrern eine praktische Alternative zu den bislang noch lückenhaften Angeboten direkt an den Rastanlagen bieten.

Für Elektroauto-Fahrer bedeutet der geplante Ausbau: mehr Schnelllademöglichkeiten entlang der Fernverkehrsachsen, kürzere Umwege und weniger Konkurrenz um freie Ladepunkte. Entscheidend wird jedoch sein, wie schnell die geplante Ausschreibung in konkrete Bauprojekte und betriebsbereite Schnellladesäulen überführt wird. Titelfoto: eliso

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