COP26

COP26: 24 Staaten wollen Verbrenner-Verkauf beenden

Auf der Weltklimakonferenz (COP26) einigen sich 24 Staaten, Hersteller, Städte und Investoren auf ein Verbrenner-Aus. Deutschland zögert.

Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow geht es nun langsam auf die Zielgeraden. Da passt es gut, dass sich 24 Staaten auf der COP26 auf ein Enddatum für den Verkauf von Autos mit Verbrennermotor festlegen wollen. Die zwei Dutzend Staaten, sechs große Autohersteller sowie einige Städte und Investoren wollen sich auf dieses Ziel einigen, wie der britische Gastgeber des Klimagipfels am Mittwoch mitteilte. Detaillierte Infos zu den Unterzeichnern gab es vorab nicht.

Am Morgen teilte aber die zum chinesischen Geely-Konzern gehörige Marke Volvo bereits mit, den eigenen CO2-Ausstoß noch schneller zu verringern. Schon 2025 soll mehr als die Hälfte des weltweiten Volvo-Absatzes auf vollelektrische Fahrzeuge entfallen, bevor das Unternehmen ab 2030 ausschließlich reine Elektroautos anbieten will.

„Bis 2040 weltweit emissionsfrei“

Die beteiligten Regierungen wollen sich ein wenig mehr Zeit geben und „darauf hinarbeiten, dass alle Verkäufe von neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2040 weltweit und in den führenden Märkten bis spätestens 2035 emissionsfrei sind“, heißt es. Die Autokonzerne sollen demnach anstreben, spätestens 2035 in führenden Märkten nur noch emissionsfreie Autos und Vans zu verkaufen. Zu den beteiligten Unternehmen gehören der britischen Mitteilung zufolge Mercedes, Ford und General Motors.

Deutschland zögert

Noch unklar war in der vergangenen Nacht, ob Deutschland die Erklärung auf der COP26 unterzeichnen wird. Aus dem Umweltministerium hieß es, dass es dazu noch keine endgültige Entscheidung der Bundesregierung gebe. Der geschäftsführende Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte dem Vorstoß zuvor jedoch schon eine Absage erteilt. „Der fossile Verbrenner wird 2035 auslaufen. Die Verbrennertechnologie wird aber weiterhin gebraucht“, sagte Scheuer laut „Handelsblatt“ vor Journalisten. „Wir wollen sie mit synthetischen Kraftstoffen klimaneutral machen und die Vorteile der Technologie erhalten.“ Die geplante Erklärung berücksichtige den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen nicht. Deshalb sei sein Ministerium dagegen. Das sei auch Linie der amtierenden Bundesregierung.

Greenpeace-Chef Martin Kaiser sagte der dpa: „Es wäre megapeinlich, wenn Deutschland nicht dabei wäre.“ Eine solche Erklärung sei überfällig. Über den Verkehrsminister sagte Kaiser: „Andreas Scheuer ist zum Glück jetzt Geschichte.“ Es sei wichtig, so Kaiser, dass große Autokonzerne wie VW, BMW und Daimler mitmachten. Auch nachträgliche Zusagen sind nicht ausgeschlossen: So unterzeichnete Deutschland am Dienstag erst nach tagelangem Zögern eine Erklärung zum Ende der Finanzierung von Öl- und Gasprojekten im Ausland. HM/Titelfoto: AdobeStock

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