Dacia Tribrid Duster

Dacia bringt den „Tribrid“-Antrieb

Benzin, Strom, Gas: Dacia kombiniert die drei Energiequellen zum „Tribrid“-Antrieb in Bigster und Duster. Wie geht das?

Für besondere technische Kabinettstückchen war Dacia bislang eher nicht bekannt. Mit dem „Tribrid“ hat die rumänische Renault-Schwestermarke nun aber eine durchaus originelle Antriebsalternative auf die Straße gebracht. Sie soll sowohl dem Kunden als auch dem Konzern beim Sparen helfen.

Verfügbar ist der „Tribrid“-Antrieb aktuell in den SUV-Modellen Duster 4×4 und Bigster 4×4. Und das bereits seit Ende 2025. Den einprägsamen Marketing-Namen hat der Hersteller aber erst in diesem Sommer etabliert. Er kombiniert „Hybrid“ und „tri-“ beziehungsweise „trois“, das französische Wort für „drei“, was auf die Verbindung der drei Energiequellen: Benzin, Strom und Autogas hinweisen soll. Letztere ist so gesehen die Dreingabe zu dem üblichen Hybrid-Duo aus Benziner und E-Motor, wie es ihn auch bei Dacia schon gibt.

Während der elektrische Motor beim Tribrid wie üblich vor allem den CO2-Ausstoß im Normzyklus senken soll, hat der 1,2-Liter-Mildhybrid-Dreizylinder im Autogasmodus die Aufgabe, die Tankkosten der Kundschaft zu drücken. Der auch als LPG bekannte Kraftstoff ist unter Berücksichtigung des geringeren Energiegehalts aktuell rund 40 Prozent günstiger als Super.

Die Rechnung fällt nicht leicht

Ob sich das für den individuellen Käufer lohnt, ist allerdings nicht einfach zu berechnen. Dacia selbst kommt in einem Beispiel auf Basis des Bigster auf einen Preisvorteil gegenüber dem vergleichbaren Benziner in Höhe von rund 750 Euro pro Jahr – geht dabei allerdings von einer relativ hohen Fahrleistung von 20.000 Kilometern aus. Und berücksichtigt den Aufpreis für die Technik nicht: Der liegt gegenüber dem Bigster „Mild Hybrid 140“ bei stolzen 5.000 Euro. Ein Wert, der dadurch relativiert wird, dass der Mildhybrid per Hand geschaltet wird und lediglich Frontantrieb bietet, während der Tribrid immer über Automatik und elektrische Allradtechnik verfügt. Darüber hinaus gibt es ein paar PS mehr – 113 kW/154 PS statt 103 kW/140 PS im Mildhybrid.

Wer Allradantrieb will, muss bei Duster und Bigster sowieso den Tribrid wählen, der die Modelle mit klassisch mechanischem Allradantrieb ersetzt. Statt Kardanwelle und Mehrscheibenkupplung nutzt er einen 10 kW/14 PS (Peakleistung: 23 kW/31 PS) starken E-Motor mit 48-Volt-Technik zum Antreiben der Hinterachse. An der Anhängelast von 1.500 Kilogramm ändert sich dadurch nichts. Und auch die Offroad-Fähigkeiten sollen nicht beeinträchtigt sein, versichert Dacia.

Auf der kurzen Testfahrt, die Dacia im Rahmen einer Technik-Präsentation ermöglichte, ließ sich das nicht erproben. Auch die beworbene Effizienz des Tribrid muss sich erst in längeren Tests erweisen. Immerhin: Der Duster Tribrid 150 4×4 (ab 27.500 Euro) fuhr im Stop-and-go-Verkehr häufig elektrisch an und legte ein paar Meter zurück, bevor der Verbrenner spätestens ab Tempo 30 zuschaltete. Und beim Überholen half kurzzeitig die zusätzliche Leistung an der Hinterachse spürbar. Das klappt auch, weil Dacia dem E-Motor ein Zweiganggetriebe spendierte, so dass er sowohl bei niedriger als auch bei höherer Fahrgeschwindigkeit arbeiten kann.

Der E-Motor bleibt nur Hilfsarbeiter

Anders als beim Vollhybrid mit bis zu 400 Volt Batteriespannung bleibt der 48-Volt-Motor aber letztlich nur ein Hilfsarbeiter. Sein größerer Bruder legt längere Strecken allein und bei höherem Tempo zurück, kann generell häufiger zur Unterstützung eingreifen und rekuperiert effizienter. Allerdings ist die Technik grundsätzlich auch teurer.

Der Tribrid ist für eine preissensible Marke wie Dacia daher ein interessanter Kompromiss, der sich auch in der CO2-Flottenbilanz gut macht. Gegenüber dem Vorgängermodell mit mechanischem Allradantrieb liegen die Klimagasemissionen dank stärkerer Hybridisierung und dem in dieser Hinsicht leicht günstigeren Autogas um 13 Prozent niedriger. Für die Rumänen, die bislang aus Kostengründen nur in den Einstiegsklassen auf den reinen E-Antrieb setzen wollen, ist das ein deutlicher Fortschritt. Kunden der Marke haben allerdings auch eine andere Alternative: Wer auf Allradantrieb verzichten kann, findet im Duster und Bigster Hybrid 155 eine weitere Sparoption, die ebenfalls ein Automatikgetriebe hat, aber mehr als 2.000 Euro günstiger in der Anschaffung ist. Holger Holzer/SP-X

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