Wie das DAT-Barometer ermittelt hat, steigt das Interesse an E-Autos deutlich. Auch die Besitzumschreibungen wachsen.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage mit steigenden Insolvenzen, Entlassungen, hohen Kraftstoffpreisen und globalen Unsicherheiten beeinflusst das Kaufverhalten vieler Verbraucher deutlich, insbesondere bei größeren Investitionen wie dem Autokauf, während gleichzeitig der Bedarf an individueller Mobilität hoch bleibt.
Das aktuelle DAT-Barometer zeigt, dass sich viele Privatpersonen zwar intensiv mit dem Thema Elektromobilität beschäftigen, konkrete Kaufentscheidungen jedoch häufig aufgeschoben werden, vor allem aufgrund der im Januar 2026 angekündigten E-Auto-Prämie der Bundesregierung, die sozial gestaffelt ist und voraussichtlich ab Mai 2026 beantragt werden kann.

Kaufentscheidungen werden aufgeschoben
Dadurch dominiert eine abwartende Haltung; die Mehrheit der Kaufinteressierten entscheidet sich bewusst gegen einen vorgezogenen Kauf, obwohl die Förderung rückwirkend gilt, und wartet stattdessen auf die tatsächliche Beantragbarkeit, was dazu führt, dass nur etwa jeder fünfte Käufer sein Fahrzeug bereits vorab erworben hat.
Gleichzeitig steigt das grundsätzliche Interesse an Elektroautos deutlich, insbesondere bei Neuwagenkäufern, von denen sich über 40 Prozent ein batterieelektrisches Fahrzeug vorstellen können, während bei Gebrauchtwagenkäufern weiterhin Skepsis überwiegt und rund ein Drittel Elektromobilität grundsätzlich ablehnt.

Treiber sind die Spritpreise
Ein wesentlicher Treiber für die intensivere Auseinandersetzung mit E-Mobilität sind die hohen Kraftstoffpreise, die bei knapp 60 Prozent der Neuwagenkäufer und über 40 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer zu einem Umdenken führen, während die E-Auto Prämie selbst einen etwas geringeren Einfluss hat.
Parallel dazu zeigen aktuelle Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), dass die Elektromobilität in Deutschland weiter wächst, wobei sowohl Neuzulassungen als auch Besitzumschreibungen von batterieelektrischen Fahrzeugen deutlich zunehmen.
Starker Anstieg bei Umschreibungen
Besonders auffällig ist dabei der starke Anstieg bei gebrauchten Elektroautos mit rund 77.000 Umschreibungen im ersten Quartal, was belegt, dass sich der Markt auch ohne direkte Förderung dynamisch entwickelt und gebrauchte BEV zunehmend stärker nachgefragt werden als neue Fahrzeuge.

Insgesamt verdeutlichen die Daten, dass politische Fördermaßnahmen zwar Aufmerksamkeit erzeugen, kurzfristig jedoch weniger kaufentscheidend sind als wirtschaftliche Faktoren wie Betriebskosten, insbesondere die Entwicklung der Energie- und Kraftstoffpreise.
Die zentralen Erkenntnisse sind:
- Etwa die Hälfte der Autokaufplaner ist offen für Elektromobilität, will aber aktuell noch nicht umsteigen.
- Die Beschäftigung mit E-Mobilität wird stärker von Kraftstoffpreisen als von der Förderprämie beeinflusst.
- Die positiven und kritischen Stimmen zur Förderprämie halten sich in etwa die Waage.
- Die Förderprämie hat seit ihrer Ankündigung nur in wenigen Fällen zum E-Auto-Kauf geführt. Die Mehrheit wartet ihre Beantragung ab.


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