DAT-Barometer: 36 Prozent aller potenziellen Neuwagenkäufer setzen auf rein elektrische Pkw. Die Restwerte sind aber niedrig.
Wer sich aktuell in der Phase eines Autokaufs befindet, muss viele Entscheidungen treffen: Was kann ich mir leisten? Was muss ich finanzieren? Wird es ein Neu- oder ein Gebrauchtwagen? Wird es ein Verbrenner, oder fahre ich teil- oder sogar vollelektrisch? Speziell die letztgenannte Entscheidung ist oft stark davon abhängig, ob eine private Lademöglichkeit vorhanden ist, ob es bezahlbare BEV auf dem Markt gibt und wie sich die Kraftstoffpreise entwickeln. Das treibt die Menschen um – sogar noch mehr als die für Mai angekündigte staatliche Förderprämie.
Das aktuelle DAT Barometer betrachtet die anstehenden Kaufentscheidungen von Endverbrauchern im Allgemeinen sowie den gesamten Markt. Dieser hat in den ersten vier Monaten des Jahres zugelegt: die Neuzulassungen etwas stärker als die Besitzumschreibungen, zahlenmäßig bleibt aber der Gebrauchtwagenmarkt für die große Mehrheit die erste Anlaufstelle.
Neu ein BEV, gebaucht ein Benziner
Wie geht es also in den nächsten Monaten weiter? Wer einen Neuwagen sucht und sich das leisten kann (oder will), der zieht oft ein BEV in Erwägung. Ist ein Gebrauchtwagen geplant, dann werden eher bezahlbare Benziner gesucht – so könnte man grob die Situation zusammenfassen. Hinzu kommt: Die Menschen schauen extrem auf die Kosten – nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch beim Unterhalt. Fast 80 Prozent sagen, das ist wichtiger als früher.

Und die weiter hohen Kraftstoffpreise an den Säulen befördern die Beschäftigung mit E-Mobilität. Immerhin jeder Fünfte, der den Kauf eines neuen Pkw im Blick hat, möchte weg vom Verbrenner – egal ob mit Prämie oder nicht.
Laut DAT-Barometer planen aktuell 36 Prozent der Neuwagenkaufplaner und damit die Mehrheit den Kauf eines batterieelektrischen Pkw. Diese Motorart kommt dagegen nur bei 8 Prozent der Gebrauchtwagenkaufplaner in Frage. In dieser Käufergruppe steht der Benziner ungeschlagen an der Spitze, denn fast die Hälfte (48 %) plant diese Anschaffung.
Am ähnlichsten sind sich die beiden Gruppen in ihrer Einschätzung der PHEV, die die zweitwahrscheinlichste Motorart darstellt (NW: 24 %, GW: 19 %). Den Dieselantrieb wählen dagegen nur 7 Prozent der Neuwagenkaufplaner, unter den Gebrauchtwagenkäufern sind es immerhin 14 Prozent. Egal ob die Anschaffung eines Neu- oder Gebrauchtwagens geplant ist, in vielen Punkten sind sich die Kaufplaner sehr einig.
Günstiger Unterhalt wird wichtiger
Möglicherweise geprägt von den hohen Spritpreisen, stimmen laut dem aktuellen DAT-Barometer fast 80 Prozent der Aussage zu, dass ein kostengünstiger Unterhalt ihnen wichtiger ist als früher (NW: 77%, GW: 76%). Mehr als die Hälfte ist der Ansicht, dass aktuell bezahlbare BEV auf dem Neuwagenmarkt fehlen (NW: 58 %, GW: 61 %).

Unterschiede zeigen sich bei der Frage nach dem schlechten Gewissen bei der Neuanschaffung eines Verbrenners. Dieser Aussage stimmen 39 Prozent der Neuwagenkaufplaner und 27 Prozent der eher preissensiblen Gebrauchtwagenplaner zu.
Bei der Betrachtung der Händlerverkaufswerte von dreijährigen Gebrauchtwagen wird im Jahr 2026 generell eine sinkende Tendenz deutlich. Stets bezogen auf den ehemaligen Listenneupreis zeigt die Auswertung der DAT-Datenbank, dass die Werte für Benziner und Diesel zwischenzeitlich sehr eng beieinander liegen (April 2026: Benzin 60,0 %, Diesel 59,3 %).
Mit deutlichem Abstand darunter halten sich die Restwerte der dreijährigen BEV mit 50,2 Prozent ihres ehemaligen Listenneupreises. Inwieweit die geplante E-Prämie, die noch im Mai rückwirkend für ab Januar neu zugelassene BEV beantragt werden kann, diese Werte beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. Titelfoto: SP-X


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