Electra App

Electra wird zum eMobility Service Provider

Die App von Electra bietet nun Zugang zu 800.000 Ladepunkten. Zudem baut der französische Anbieter sein Schnellladenetz aus.

Der französische Schnellladeanbieter Electra erweitert seine App zu einer umfassenden Roaming-Plattform für Elektroautos. Nutzer können ab sofort rund 800.000 öffentliche Ladepunkte in ganz Europa finden, ansteuern und freischalten. Neben den eigenen Schnellladeparks und den ChargeLeague-Partnern integriert Electra damit zahlreiche weitere Ladenetze – allerdings mit teils deutlich unterschiedlichen Preisen je nach Betreiber.

Bislang war die Electra-App vor allem auf die eigenen Schnellladeparks fokussiert. Seit Ende 2025 wurde das Angebot schrittweise erweitert, zunächst um die ChargeLeague-Partner Ionity, Fastned und Atlante. Nun geht Electra den nächsten Schritt und positioniert sich als sogenannter eMobility Service Provider (eMSP).

Mit der neuen Ausrichtung erhalten Nutzer Zugriff auf ein europaweites Ladenetz mit Hunderttausenden Ladepunkten. Der Zugang erfolgt weiterhin bequem über die App oder optional über eine neue Electra-Ladekarte.

Preise im Roaming stark abhängig vom Betreiber

Während die Preise im Electra-eigenen Netzwerk stabil bleiben, zeigt sich im Roaming ein deutlich heterogenes Bild. Electra betont, dass alle Preise transparent vor dem Ladevorgang in der App angezeigt werden und keine versteckten Gebühren anfallen.

Eine Stichprobe der Plattform „electrive.net“ verdeutlicht jedoch die Unterschiede zwischen den Anbietern:

  • Mer: etwa 0,71 Euro pro Kilowattstunde
  • Shell und EnBW: jeweils rund 0,79 Euro pro Kilowattstunde
  • EWE Go: etwa 0,84 Euro pro Kilowattstunde
  • Aral: bis zu 0,96 Euro pro Kilowattstunde

Damit liegen viele Roaming-Preise spürbar über den Tarifen im Electra-eigenen Netz.

Electra-Tarife bleiben unverändert

Die bestehenden Tarife an den Electra-Schnellladern ändern sich nicht. Im Abo-Modell „Electra+ Smart“ für 4,99 Euro monatlich starten die Preise bei 0,34 Euro pro Kilowattstunde. Im Tarif „Electra+ Essential“ für 1,99 Euro monatlich liegt der Einstiegspreis bei 0,44 Euro pro Kilowattstunde. Ohne Abo zahlen Nutzer weiterhin 0,54 Euro pro Kilowattstunde über die App. Für spontane Ladevorgänge per Kreditkarte bleibt es bei 0,69 Euro pro Kilowattstunde. Rabatte bei ChargeLeague-Partnern sind weiterhin nur im höherwertigen Abo enthalten.

Electra App
Das Netz des Schnelllade-Anbieters Electra. Foto: Screenshot

Mit dem Ausbau zum eMSP führt Electra erstmals eine eigene Ladekarte ein. Für Nutzer ohne Abo kostet diese einmalig 4,99 Euro, während Abonnenten sie kostenlos erhalten. Zusätzlich startet Electra an seinen eigenen Schnellladern die Autocharge-Funktion. Nach einmaliger Einrichtung beginnt der Ladevorgang automatisch beim Einstecken des Fahrzeugs. Voraussetzung ist jedoch, dass das Fahrzeug über eine eindeutige Fahrzeugkennung (VID) verfügt. Nicht alle Modelle unterstützen diese Technik, da einige Hersteller auf wechselnde Identifikationsnummern setzen.

Intelligente Navigation und Ladeempfehlungen

Ein zentrales neues Feature ist die verbesserte Navigation innerhalb der App. Ein Algorithmus bewertet Ladepunkte in Echtzeit anhand mehrerer Faktoren wie Ladeleistung, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Standort und Preis.

Nutzer erhalten dadurch nicht nur eine Kartenübersicht, sondern konkrete Empfehlungen für passende Ladepunkte. Besonders auf Langstrecken oder in stark frequentierten Regionen kann die App alternative Stationen vorschlagen, wenn ein Ladepunkt belegt ist oder bessere Optionen in der Nähe verfügbar sind. Individuelle Präferenzen wie Preis, Entfernung oder Ladeleistung lassen sich dabei berücksichtigen. Der integrierte Routenplaner bindet Ladestopps direkt in die Navigation ein und eignet sich sowohl für den Alltag als auch für längere Reisen.

Neuer Schnellladepark in Hannover

Parallel zum Ausbau der App treibt Electra auch die Ladeinfrastruktur in Deutschland weiter voran. In Hannover eröffnet das Unternehmen Anfang Juli seinen bislang größten urbanen Schnellladepark hierzulande. Am Standort in der Herschelstraße entstehen 14 Ladepunkte mit Leistungen von bis zu 400 kW. Die Anlage ist überdacht und zentral gelegen. Weitere neue Standorte wurden zuletzt unter anderem in Leipzig, Peine, Detmold und Krefeld in Betrieb genommen.

Nach eigenen Angaben betreibt Electra aktuell rund 700 Ladeparks mit etwa 4.000 Ladepunkten in zehn Ländern. Bis 2030 soll das Netzwerk auf 15.000 Schnellladepunkte wachsen. Titelfoto: Electra

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