Nach 15 bis 20 Jahren endet die Zulassung der Drucktanks in Brennstoffzellen-Autos. Der Austausch wird sehr teuer.
Bei älteren Brennstoffzellen-Fahrzeugen könnte in den kommenden Jahren nicht die Antriebstechnik selbst zum Problem werden, sondern der Wasserstofftank. Grund dafür ist die begrenzte Zulassungsdauer der Hochdrucktanks, die bei vielen Modellen bald erreicht wird. Denn die in Brennstoffzellenautos verbauten Hochdrucktanks bestehen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) und sind je nach Bauart für eine Lebensdauer von etwa 15 bis maximal 20 Jahren zugelassen. Nach Ablauf dieser Frist erlischt die Betriebsgenehmigung, sodass ein Austausch erforderlich wird.
Betroffen sind insbesondere frühe Serienmodelle wie der Toyota Mirai der ersten Generation, der Hyundai ix35 Fuel Cell oder der Honda FCX Clarity. Diese Fahrzeuge erreichen in den kommenden Jahren zunehmend das Ende ihrer zulässigen Tanknutzung.
Hohe Kosten bei geringem Restwert

Ein Austausch der Wasserstofftanks kann je nach Modell Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen. Gleichzeitig sind die Marktwerte älterer Brennstoffzellen-Autos deutlich gesunken. Erste Generationen des Toyota Mirai werden teilweise bereits für unter 10.000 Euro angeboten. Damit entsteht ein wirtschaftliches Ungleichgewicht: Die Kosten für den notwendigen Tanktausch können den Restwert des Fahrzeugs übersteigen. Für Halter stellt sich damit häufig die Frage, ob sich eine Reparatur überhaupt noch lohnt.
Ein zertifiziertes Verfahren zur Verlängerung der Tankzulassung existiert in Deutschland derzeit nicht. Zwar werden die Tanks im Rahmen der Hauptuntersuchung visuell geprüft, eine technische Nachprüfung mit anschließender Verlängerung der Nutzungsdauer ist jedoch nicht vorgesehen. Das bedeutet: Nach Ablauf der Zulassungsfrist bleibt aktuell nur der Austausch des Tanks, um das Fahrzeug weiter betreiben zu dürfen.
Kleiner Markt mit geringer Relevanz
Die wirtschaftliche Bedeutung von Brennstoffzellen-Pkw ist derzeit überschaubar. Laut Kraftfahrt-Bundesamt sind rund 1.500 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, viele davon im Besitz von Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen. Auch global bleibt das Segment klein: Im Jahr 2025 wurden weltweit rund 16.000 Brennstoffzellenfahrzeuge neu zugelassen. Zwar entspricht das einem Wachstum von rund 24 Prozent, das Niveau bleibt jedoch niedrig. In Europa gingen die Neuzulassungen sogar deutlich zurück.
Trotz der aktuellen Marktschwäche setzen einige Hersteller weiterhin auf die Brennstoffzelle. BMW plant beispielsweise, ab 2028 eine Wasserstoffvariante des X5 anzubieten. Der Hyundai Nexo gehört derzeit zu den wenigen noch verfügbaren Serienmodellen in Europa.
Die Entwicklung zeigt: Während die Technologie langfristig weiterverfolgt wird, könnten bestehende Fahrzeuge durch regulatorische und wirtschaftliche Faktoren zunehmend unter Druck geraten. Titelfoto: Daimler


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