CATL-Chef Robin Zeng sieht Feststoffbatterien erst nach 2030 im Massenmarkt und – und zunächst nur in Premium-Elektroautos.
Der chinesische Batteriehersteller CATL hält reine Feststoffbatterien weiterhin für einige Jahre vom breiten Einsatz in Elektroautos entfernt. Konzernchef Robin Zeng rechnet außerdem damit, dass die Technologie zunächst nur in Premium-Fahrzeugplattformen mit Preisen oberhalb von 250.000 Yuan zum Einsatz kommt.

In einem Interview mit dem Magazin Caijing sagte Zeng, dass für die Kommerzialisierung von Feststoffbatterien noch technologische Durchbrüche und stabile Fertigungsprozesse nötig seien. Eine breite Markteinführung vor 2030 hält CATL daher für unwahrscheinlich.
Nach Unternehmensangaben befindet sich CATLs All-Solid-State-Technologie derzeit auf Stufe 4 der neunteiligen Technology-Readiness-Skala. Das bedeutet: Laborvalidierung und Prototypenentwicklung laufen noch, von einer Serienreife im großen Stil ist die Technologie aber weiter entfernt. Gleichzeitig hält CATL an dem Ziel fest, bis 2027 eine erste Kleinserie von Feststoffbatterien zu fertigen. Für den Übergang in größere Stückzahlen nennt das Unternehmen jedoch weiterhin mehrere technische und wirtschaftliche Hürden.
Die Kosten bleiben hoch
Ein im März bekannt gewordenes Patent zeigt, in welche Richtung CATL bei der Zellchemie denkt. Demnach setzt das Unternehmen auf einen festen Sulfidelektrolyt und auf ein Anoden-Design mit mehreren Materialschichten, darunter ein Coating mit Elektrolytsalz. Laut den Berichten soll ein fluorhaltiges Lithiumsalz die Stabilität verbessern und zusammen mit dem Sulfid-Elektrolyt eine schützende Schicht an der Anode bilden. Damit will CATL ein zentrales Problem von Sulfid-Systemen entschärfen: ihre bekannte Instabilität an den Grenzflächen.
CATL hatte bereits im Oktober 2025 darauf hingewiesen, dass die wissenschaftlichen Grundlagen zwar weitgehend geklärt seien, die industrielle Umsetzung aber noch teuer bleibt. Damals hieß es, Sulfid-Festkörperzellen seien derzeit drei- bis fünfmal so teuer wie klassische Lithium-Ionen-Zellen. Genau deshalb dürfte der Start zuerst im Premiumsegment erfolgen. Für den Massenmarkt braucht es nicht nur bessere Energiedichte, sondern auch niedrigere Kosten, höhere Ausbeuten und robuste Fertigungsprozesse. Titelfoto: CATL


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