Ford Kuga

Ford Kuga: Hat der Diesel eine Chance?

Auch bei der dritten Generation des Kuga hat sich Ford bei den Dieselmotorisierungen Mühe gegeben. Ein Fahrbericht.

Hat der Dieselmotor eine Zukunft? Diese Frage zu beantworten ist nicht so einfach, denn auch wenn die Verkaufszahlen in den beiden vergangenen Jahren stark gesunken sind und sich nun zwischen 20 und 30 Prozent bewegen, so muss man doch konstatieren, dass es Zielgruppen gibt, die nach wie vor auf den Selbstzünder setzen: Vielfahrer. Wer im Jahr 50.000 Kilometer oder mehr fährt – man denke nur an den Außendienst im Firmenwagensektor -, der fährt mit dem Diesel sparsamer und damit umweltfreundlicher als mit einem Plug-in-Hybriden.

Ford Kuga

Gewachsen und modernisiert: Ford Kuga. Fotos: Ford

Da wundert es nicht, dass viele Hersteller versuchen, noch ein wenig mehr Sparsamkeit aus der Technologie heraus zu kitzeln, haben sie doch jahrzehntelang hohe Summen darin investiert. So auch Ford mit der jüngsten Generation des Kompakt-SUV Kuga, den es als Vollhybriden und als Mild-Hybriden mit 150 PS gibt. Wir fuhren indes die jüngste Ausbaustufe des Diesels mit 190 PS, Allradantrieb und Achtgang-Automatikgetriebe.

Design-Sprung

Zunächst einmal sei zu erwähnen, dass die jüngste Generation in Sachen Design einen großen Sprung gemacht und vor allem vorne Front ein wenig nach Porsche und Mazda CX-5 aussieht. Doch das scheint Nebensache, wenden wir uns der Technik zu. Wie erwähnt setzt der Top-Motor in der Kuga-Palette auf das Achtgang-Automatikgetriebe, das seine Sache ebenso wie der Motor hervorragend macht. Denn wie der immerhin 1,7 Tonnen schwere SUV selbst aus tiefsten Drehzahlen bergauf in Schwung kommt, ist echt klasse. Auch drüber hinaus mangelt es nicht an verlässlicher Schubkraft. Schließlich stemmt der Diesel ab 2.000 Touren 370 Nm, und selbst auf der Autobahn bei flotter Fahrt bleibt der Selbstzünder leise. Allein an kalten Tagen und ebenso kaltem Motor hört man im bestens gedämpften Innenraum etwas vom Motor – geschenkt. Auch vom Fahrwerk hört man wenig, wenn überhaupt, dann ein leichtes Poltern bei Unebenheiten.

Bessere Bedienbarkeit

Ford Kuga

Die Bedienbarkeit hat sich dank Sync 3 spürbar verbessert.

Auch die Innenarchitekten haben sich Mühe gegeben. Vor allem die Bedienung per Sync 3 ist nun übersichtlicher. Vieles wird über den gut ablesbaren Touchscreen in der Mitte gesteuert, es gibt aber auch eine Reihe Tasten, über die man wichtige Funktionen direkt erreichen kann. Auch der Trip in die unteren Menüs gelingt problemlos und folgt logischen Wegen. Allein die Sprachsteuerung ist noch nicht auf dem modernsten Stand. Neu sind zudem virtuelle Instrumente hinter dem Lenkrad, die sich wie üblich vielfältig verstellen lassen. Die Materialqualität ist angemessen; nett sind innenbeleuchtete Becherhalter zwischen den Sitzen. Hinten sitzen auch große Menschen kommod. Das Kofferraumabteil ist mit einem Fassungsvermögen von 502 bis 1.534 Litern ebenfalls sehr großzügig bemessen und sollte auch für die Urlaubsfahrt ausreichen, ohne dass Surfboard und Schlauchboot zu Hause bleiben müssten.

Wir fuhren die Ausstattungslinie ST-Line X, die von Haus aus viele Extras beinhaltet und auf einen Grundpreis von 42.842 Euro brutto kommt. Wer sich noch einige Pakete wie die Fahrerassistenz (1.364 Euro) gönnt, muss freilich mehr hinlegen. Unser Testwagen kam letztlich auf 47.247 Euro. Dafür bleiben auch keine Wünsche offen – bis hin zum Head-up-Display.

6,3 Liter je 100 Kilometer

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Das Ladeabteil des Ford Kuga fasst 502 bis 1.534 Liter.

Keine Frage, mit dem Kuga gibt es viel Auto fürs Geld, am Ende aber muss er sich daran messen lassen, was er verbraucht. Wir haben ihn über rund 600 Kilometer genießen können und kamen auf einen Schnitt von 6,3 Liter. Das sind 0,2 Liter mehr als von Ford angegeben, wobei anzumerken ist, dass der Bordcomputer sich auf 5,6 Liter festlegte während unserer Touren. Das sind keine schlechten Werte für ein immerhin 1.735 Kilogramm schweres SUV.

Bei angenommenen 20.000 Jahreskilometern, einem Grundpreis von 47.000 Euro und dem Verbrauch von 6,3 Liter kommt der Kuga auf Kilometerkosten von knapp 40 Cent, was sich ebenfalls sehen lassen kann.

Trotzdem: Ein Dieselmotor ohne jegliche Elektrifizierung scheint ein Auslaufmodell. Mittlerweile bietet Ford den Kuga mit Mild- sowie Plug-in-Hybridsystem an, die laut Normen auf bessere Werte kommen. Statt 6,1 kommt der Mild-Hybrid auf 5,1 Liter je 100 Kilometer beziehungsweise 135 statt 159 Gramm CO2. Werte, die sich kein Autohersteller bald mehr leisten kann. Und was machen dann die Vielfahrer? HM

Ford Kuga 2.0 Ecoblue 140 kW ST-Line-X – Technische Daten:

Fünftüriges, fünfsitziges Kompakt-SUV mit Allradantrieb, Länge: 4,67 Meter, Breite: 1,88 Meter, Höhe: 1,66 Meter, Radstand: 2,71 Meter, Kofferraumvolumen: 502 bis 1.534 Liter.

Antrieb: 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, 140 kW/190 PS bei 3.500 U/min, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 2.000-3.000 U/min, 0-100 km/h: 8,7 s, Vmax: 208 km/h, Normverbrauch (WLTP): 6,1 l/100 km, Praxisverbrauch: 6,3 l/100 km, CO2-Ausstoß: 159 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC, Preis: 42.247 Euro.

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