Foto: Geely

Geely vor VW, Tesla fällt zurück

Deutsche und chinesische Autohersteller dominieren bei Elektroauto-Innovationen. Ein Marktführer verliert an Boden.

Die deutschen Autohersteller haben bei E-Auto-Innovationen weiter aufgeholt. Gleichzeitig behaupten chinesische Konzerne ihre führende Position, während Tesla deutlich zurückfällt. Das zeigt der aktuelle „Electromobility Report“ des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach.

Innovationsstärkster Elektroautobauer ist demnach weiterhin der chinesische Geely-Konzern mit 207 Indexpunkten, knapp vor der Volkswagen-Gruppe (204 Punkte) und dem chinesischen BYD-Konzern (192 Punkte). Größter Aufsteiger ist Mercedes – die Schwaben haben sich vom siebten auf den vierten Rang verbessert. BMW folgt auf Platz fünf. Damit finden sich drei deutsche Hersteller unter den fünf innovativsten Elektroautobauern weltweit.

Electromobility Report

Deutlich schlechter schneidet Tesla ab. Der US-Hersteller fällt vom sechsten auf den elften Platz und verpasst damit erstmals seit Start des Rankings im Jahr 2016 die Top Ten. Damals hatte Tesla noch den ersten Rang belegt. Schwach bleiben auch die japanischen Konzerne: Toyota kommt lediglich auf Platz 15, Nissan auf Rang 18 und Honda auf Platz 22.

Mercedes punktet

Zu den wichtigsten Innovationsfeldern zählen Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Energieeffizienz. Mercedes punktet unter anderem mit hohen Reichweiten und bidirektionalen Ladefunktionen. BYD setzt mit Ladeleistungen von bis zu 1.500 Kilowatt einen neuen Maßstab beim Pkw-Schnellladen. VW fällt unter anderem mit der Effizienz des ID.3 Neo auf, der auf bis zu 629 Kilometer Normreichweite kommt.

Die technologische Stärke schlägt sich allerdings nicht immer unmittelbar im Absatz nieder. Weltweit verkaufte BYD im ersten Halbjahr rund 867.000 reine Elektroautos und blieb damit trotz eines Rückgangs um 15 Prozent knapp vor Tesla mit 838.000 Einheiten. Auf den weiteren Plätzen folgen Geely, SAIC und Volkswagen.

5-Jahre-Messung

Für die Untersuchung bewerteten die CAM-Experten um Institutsleiter Stefan Bratzel insgesamt 910 Serien-Innovationen von 38 Automobilkonzernen aus dem Zeitraum 2021 bis Mitte 2026. Berücksichtigt wurden unter anderem Originalität, technischer Fortschritt und Kundennutzen. Die Bewertung bezieht sich ausschließlich auf batterieelektrische Fahrzeuge und deren technisches Umfeld. Holger Holzer/SP-X

 

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