Furion hat ein Allrad-Elektromotorrad entwickelt, dessen zusätzlicher Frontmotor die Reichweite steigert.
Das französische Unternehmen Furion stellt mit der Taran ein Elektromotorrad mit Allradantrieb in Aussicht. Statt nur das Hinterrad anzutreiben, setzt der futuristisch gezeichnete Einspurstromer auf zwei angetriebene Räder. Das verspricht mehr Traktion und deutlich mehr Rekuperationspotential.

Die patentierte Technik namens Eversor setzt auf einen kompakten Axialflussmotor im Vorderrad, dessen Rotor entgegen der Raddrehrichtung dreht. Durch die Beeinflussung der Kreiselkräfte soll dies das Einlenkverhalten verbessern und außerdem den Nachteil zusätzlicher ungefederter Massen teilweise kompensieren. Zugleich gewinnt der Frontmotor beim Verzögern Energie zurück. Dabei profitiert er von der höheren Radlast beim Bremsen.
Rekordzahlen bei der Rekuperation
Laut Furion haben Simulationen gezeigt, dass sich bis zu 77 Prozent der Bremsenergie in Fahrstrom zurückwandeln lässt. Bei konventionellen Elektromotorrädern mit Hinterradantrieb seien es lediglich 7 Prozent. Zudem verspricht der Allradantrieb 20 bis 30 Prozent mehr Reichweite bei gleicher Akkukapazität.

Die Taran soll eine Systemleistung von 240 kW/326 PS bereitstellen, was außergewöhnliche Fahrleistungen erwarten lässt. Eine Software regelt die Kraftverteilung und den Schlupf an beiden Rädern. Strom kommt aus einer 20 kWh großen Batterie, die Reichweiten von rund 200 Kilometern ermöglichen soll. Das Gewicht gibt Furion mit 230 Kilogramm an.
Bislang wurde die Technik an einem 48-Volt-Prototyp erprobt. Als nächster Schritt ist eine 400-Volt-Ausführung geplant. Bis ein Serienmodell auf die Straße kommt, dürfte also noch einige Zeit vergehen. Die Taran soll ohnehin nur in kleiner Stückzahl gebaut werden. Preise und ein Marktstarttermin wurden noch nicht genannt. Langfristig will Furion seine Antriebstechnik auch anderen Motorradherstellern anbieten. SP-X


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