Lademarkt Report

Lademarkt-Report 2025: Die Auslastung steigt

Der Bestand an Stromern wächst und mit ihm der Lademarkt. Es wird mehr Strom verbraucht, und die Nutzerzahlen steigen.

Das Ladeunternehmen Elvah hat seinen Ladereport für das zweite Halbjahr 2025 vorgelegt. Demnach wurden in Deutschland 35,8 Millionen Ladevorgänge mit insgesamt 909 GWh geladener Energie erfasst – ein neuer Rekordwert und ein klarer Beleg für das anhaltende Wachstum des öffentlichen Ladens.

Zum Vergleich: Zwischen Januar und Juni 2025 hatte Elvah rund 29 Millionen Ladevorgänge mit 689 GWh gemeldet, was seinerzeit bereits einer Steigerung von rund 16 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2024 entsprach. Jetzt legt der Markt noch einmal kräftig zu: Laut „Lademarkt-Report II.2025“ stiegen die Ladevorgänge um 24 Prozent, die geladene Energiemenge sogar um 32 Prozent. Pro Ladevorgang wird damit im Schnitt mehr Strom bezogen – ein Trend, den Elvah auf größere Batterien in Elektroautos und das Wachstum bei Elektro-Lkw mit deutlich höheren Kapazitäten zurückführt.

Elvah spricht von einer fest etablierten Nachfrage. Getrieben von wieder anziehenden Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen steigt das Ladevolumen im Jahresverlauf von 983.000 wöchentlichen Ladevorgängen Ende Juni auf bis zu 1,67 Millionen Ladesessions pro Woche zum Jahresende. Die Zahlen unterstreichen, dass öffentliches Laden zu einer tragenden Säule der Elektromobilität in Deutschland geworden ist.

Schnelllader wachsen am stärksten

Parallel zum E-Fahrzeugbestand wird auch die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut. Besonders dynamisch entwickeln sich laut Elvah die High Power Charger (HPC) mit hohen Ladeleistungen. Dieses Segment legte beim Ausbau im zweiten Halbjahr 2025 um 18,8 Prozent zu. Dass viele Charge Point Operator (CPO) ihren Fokus auf HPC richten, hängt direkt mit der Nachfrage zusammen: 48 Prozent aller Ladevorgänge fanden an Schnellladern statt, obwohl langsame AC-Ladepunkte zahlenmäßig klar dominieren. AC-Ladepunkte kommen auf 44 Prozent aller Ladevorgänge, während langsamere DC-Lader unterhalb des HPC-Segments nur acht Prozent ausmachen.

Dieses Nutzungsverhalten sorgt erstmals für spürbar steigende Auslastungswerte. Im Schnellladesegment kann die durchschnittliche HPC-Auslastung im Jahresverlauf von 7,1 auf 9,5 Prozent zulegen. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Wirtschaftlichkeit, denn lange galten viele Schnellladestandorte als unterausgelastet, wie Elvah-Mitgründer Sören Ziems bereits in früheren Analysen betont hatte.

Auslastung im internationalen Vergleich weiterhin moderat

Trotz der positiven Entwicklung bleibt die Gesamtauslastung im internationalen Vergleich noch zurück. Märkte wie Belgien oder die Niederlande erreichen höhere Nutzungsgrade der Ladeinfrastruktur. Elvah betont daher, dass Standortqualität und wirtschaftliche Steuerung zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnen. Die Nutzung konzentriert sich weiterhin klar auf HPC und AC, die zusammen über 92 Prozent aller Ladevorgänge ausmachen.

Mit der zunehmenden Marktreife verschiebt sich der Fokus: Es geht nicht mehr nur um den Ausbau von Ladepunkten, sondern darum, mit der Infrastruktur profitabel zu arbeiten. Entsprechend hebt Elvah Anbieter mit hoher Effizienz hervor. Im HPC-Segment führt Ionity das Effizienzranking an, während im AC-Bereich vor allem kommunale Versorger wie Stadtwerke die vorderen Plätze belegen.

Marktführer und Wettbewerb: Unterschiede zwischen HPC und AC

Aufgrund der unterschiedlichen Dynamik unterscheidet Elvah im Report klar zwischen AC- und HPC-Segment. Bei den Schnellladern bleibt die EnBW auch im zweiten Halbjahr 2025 in 14 von 16 Bundesländern Marktführer. Dahinter halten Aral Pulse und Ionity ihre Positionen in der HPC-Spitzengruppe stabil, ebenso EWE Go auf Rang vier. Zugewinne verzeichnen Shell Recharge und die Pfalzwerke, während Aldi Süd, Fastned und E.ON Drive Infrastructure Marktanteile verlieren.

Der AC-Markt ist hingegen stärker regional geprägt und fragmentierter, da hier vor allem Stadtwerke und lokale Versorger aktiv sind. Neben dem Aggregator vaylens nennt Elvah unter anderem die Berliner Stadtwerke und die Stadtwerke Düsseldorf als prägende Akteure. In den Top Ten gab es im zweiten Halbjahr 2025 spürbare Verschiebungen: ChargePoint Germany und eze-network sind neu in die Spitzengruppe aufgestiegen, während Lichtblick und die Stadtwerke München herausgefallen sind.

Ausbau allein reicht nicht mehr

Für Elvah ist klar: Der Markt tritt in eine neue Phase ein. „Ausbau allein reicht nicht mehr. Entscheidend werden Auslastung, Standortqualität und Betreiber-Effizienz“, kommentiert Ceren Ahiska, Chief Product Officer bei Elvah, die Ergebnisse des Reports. Preisaktionen, Promotions und dynamische Tarife gewinnen an Bedeutung. Wer Auslastung und Wirtschaftlichkeit steigern will, muss Preise und Kampagnen gezielt entlang regionaler Nachfrage steuern.

Elvah selbst hat sich vom Anbieter einer Lade-Flatrate zu einem Daten- und Analyse-Spezialisten für den Lademarkt entwickelt. Das Unternehmen liefert Echtzeit-Marktdaten und wettbewerbsrelevante Analysen, die Betreibern, Energieversorgern und anderen Marktteilnehmern fundierte, datenbasierte Entscheidungen ermöglichen. Zwei Mal im Jahr veröffentlicht Elvah mit seinem Ladereport einen Überblick über die Marktentwicklung in Deutschland und gibt damit der Branche wichtige Einblicke in Wachstum, Wettbewerb und Auslastung. Titelfoto: EnbW

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