Zulassungen

Zulassungen: Rekorde im Dezember…

…und ein hohes Minus im Gesamtjahr 2020: Der Flottenmarkt bilanziert minus 12,4, der Privatmarkt minus 13 Prozent bei den Zulassungen.

Im Dezember 2020 wurden so viele neue Pkw zugelassen wie noch nie in diesem Monat seit Beginn der Dataforce-Aufzeichnungen 2001. Der relative Anstieg zum Vorjahresmonat lag bei 9,9 Prozent. Dass es trotz Lockdown einen solchen Ansturm auf die Zulassungsstellen gab, hat mehrere Gründe.

An erster Stelle stehen Vorzieheffekte durch die ausgelaufene Mehrwertsteuersenkung. Das steigerte vor allem die privaten Neuzulassungen (+ 45,4 %). Im geringeren Umfang haben aber auch Fahrzeughandel und Fahrzeugbau ihre taktischen Zulassungen vorgezogen. Dass die Sondereinflüsse trotzdem im Minus waren (- 25,2 % Fahrzeugbau, – 10,9 % Fahrzeughandel, – 6,4 % Autovermieter) liegt an noch stärkeren Sondereffekten im Dezember 2019.

ZulassungenTreiber im Dezember: Die Emissionsziele

Ein weiterer Anreiz für vorgezogene Zulassungen war das 95-Gramm-Emissionsziel der Hersteller. Um dieses zu erreichen, mussten zum Jahresende europaweit noch viele Elektroautos und Plug-in-Hybride auf die Straßen kommen. Die vorläufige Auswertung der Kraftstoffarten zeigt für BEVs und PHEVs einen Anteil 41 Prozent an den Neuzulassungen. Bei den Eigenzulassungen des Fahrzeugbaus waren machten sie sogar 69 Prozent aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat spielte außerdem die Anzahl der Arbeitstage eine Rolle. Im Dezember 2020 standen zwei Tage mehr zur Verfügung.

Das Gesamtjahr: 19,1 Prozent Minus

Für das Gesamtjahr 2020 konnte auch der starke Dezember nicht mehr viel retten. Mit 2,9 Millionen Neuzulassungen fiel der Markt um 19,1 Prozent. Dabei kamen der relevante Flottenmarkt (- 12,4 %) und der Privatmarkt (- 13,0 %) noch etwas besser weg. Die Eigenzulassungen von Fahrzeugbau (-28,4 %) und Fahrzeughandel (- 28,5 %) sowie die Registrierungen der Autovermieter (- 30,2 %) gaben deutlich stärker nach.

Der Transportermarkt: Lichtblicke

Der Transportermarkt beendete das Jahr 2020 mit einem Zuwachs von 8,4 Prozent im Dezember. Treiber waren einmal mehr die privaten Zulassungen mit einem Sprung um 53,9 Prozent. Auch hier war die geringere Mehrwertsteuer der entscheidende Faktor.

Der relevante Flottenmarkt für Transporter wuchs um 2,4 Prozent, was aber vor allem auf die größere Zahl an Arbeitstagen zurückging. Die weiteren gewerblichen Kanäle entwickelten sich alle negativ. Besonders auffällig ist hierbei ein Minus von 41,4 Prozent im Fahrzeugbau.

Im gesamten Jahr 2020 wurden 9,4 Prozent weniger leichte Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities angemeldet als 2019. Einzig der Privatmarkt erreichte durch den Wohnmobil-Boom ein Wachstum (+ 3,3 %). HM/Titelfoto: pixabay

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