Der Autokonzern Stellantis kündigt den Einstieg in die Produktion neuer, erschwinglicher E-Kleinwagen ab 2028 an.
Das sogenannte „E-Cars“-Projekt wird im italienischen Werk Pomigliano bei Neapel angesiedelt und soll mehrere Marken des Konzerns umfassen. Mit der Initiative reagiert der Mehrmarkenkonzern Stellantis auf die steigende Nachfrage nach günstigen Elektroautos in Europa und positioniert sich gezielt in einem Segment, das zuletzt an Bedeutung verloren hat. Gleichzeitig tritt der Konzern damit in direkten Wettbewerb zu Volkswagen, das mit seiner geplanten Elektro-Kleinwagenfamilie rund um den VW ID.Polo ebenfalls auf dieses Marktsegment abzielt.
Die neuen E-Cars sollen vollständig in Europa produziert werden und sich durch kompakte Abmessungen, moderne Technik und niedrige Kosten auszeichnen. Stellantis beschreibt die Modelle als klein, innovativ und vollelektrisch, mit einem Fokus auf bezahlbare Mobilität für breite Kundengruppen.
Hintergrund sind auch politische Entwicklungen: Die EU plant verstärkte Fördermaßnahmen für günstige Elektroautos und diskutiert Vorgaben, wonach geförderte Fahrzeuge überwiegend in Europa produziert und mit europäischen Komponenten gefertigt werden müssen.
Kooperationen als Schlüssel zur Kostensenkung
Technische Details zu den neuen Modellen sind bislang nicht bekannt. Stellantis bestätigt jedoch, dass Technologien gemeinsam mit ausgewählten Partnern entwickelt werden. Ziel ist es, Entwicklungszeiten zu verkürzen und die Produktionskosten deutlich zu senken. Diese Strategie deutet darauf hin, dass Partner außerhalb Europas eine wichtige Rolle spielen könnten. Hinweise darauf liefern bestehende Kooperationen, etwa mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng, der künftig Fahrzeuge für Marken wie Peugeot und Jeep produzieren soll.
Auch die Zusammenarbeit mit Leapmotor gewinnt an Bedeutung: Erste Modelle mit entsprechender Technologie sollen bei Opel eingesetzt werden. Ähnliche Ansätze könnten künftig auch bei Fiat oder Peugeot folgen, auch wenn dies bislang nicht offiziell bestätigt ist.
Das E-Kleinwagen-Projekt ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung des Konzerns. Medienberichten zufolge will Stellantis künftig stärker auf vier Kernmarken setzen: Jeep und Ram in Nordamerika sowie Fiat und Peugeot in Europa. Dabei sollen zentrale Fahrzeugplattformen und Technologien markenübergreifend genutzt werden. Kleinwagen könnten künftig vor allem von Fiat entwickelt werden, während Peugeot eine breitere Modellpalette abdeckt.
Strategische Neuausrichtung bei Stellantis
Stellantis sieht im Segment der kleinen und günstigen Fahrzeuge erhebliches Wachstumspotenzial. In den vergangenen Jahren ist dieses Marktsegment in Europa deutlich geschrumpft, unter anderem aufgrund steigender Kosten und regulatorischer Anforderungen. Mit den neuen Elektro-Kleinwagen will der Konzern diesen Trend umkehren. Die Produktion im Werk Pomigliano, wo derzeit unter anderem der Fiat Panda und der Alfa Romeo Tonale gebaut werden, könnte dabei deutlich ausgeweitet werden. Elektroautos werden dort bislang nicht gefertigt. Das Unternehmen spricht selbst von einem Projekt mit großem Volumenpotenzial und bezeichnet die Initiative als wichtigen Schritt, um erschwingliche Elektromobilität in Europa wieder breiter verfügbar zu machen. Titelfoto: Stellantis


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